Centre national de l’audiovisuel

CNA reagiert mit Reformversprechen auf Kritik zu Vernachlässigung und toxischem Arbeitsklima

CNA im Fokus: Es gibt Kritik am geschlossenen Archiv, toxischem Arbeitsklima und umstrittenen Investitionen. Der ehemalige Mitarbeiter Joy Hoffmann wirft dem „Centre national de l’audiovisuel“ autoritäre Führung und Vernachlässigung wertvoller Bestände vor – das CNA reagiert mit Reformversprechen.

Kritik am CNA Konzept seit mehreren Jahren, Diskussionen zu Bildungsreformen und Verbesserungsvorschlägen sichtbar

Die Kritik am CNA gibt es bereits seit mehreren Jahren Foto: Editpress/Julien Garroy

In einem Forum-Beitrag im Tageblatt kritisierte der ehemalige Verantwortliche des Filmdepartements des „Centre national de l’audiovisuel“ (CNA), Joy Hoffmann, die dortigen Zustände. Das Personal leide unter einem autoritären Führungsstil, langjährige Kuratoren würden systematisch verdrängt und technische Fehlentscheidungen hätten zu Schäden an der wertvollen Teutloff-Fotosammlung geführt. Außerdem seien Ausstellungen und Archive über ein Jahr lang geschlossen. Auch massive Investitionen in das Ciné Starlight werden als überzogen und unsinnig bezeichnet. Hoffmann wirft zudem dem Kulturministerium vor, auf die Probleme nicht ausreichend zu reagieren.

Das CNA reagierte in einem ausführlichen Presseschreiben, ohne allerdings wirklich auf die konkreten Kritikpunkte einzugehen. Das CNA betonte, dass strukturelle Reformen und Modernisierungen seit mehreren Jahren umgesetzt würden, darunter ein neues Organigramm, interne Leitfäden, ein Verhaltenskodex, Mitarbeiterbefragungen und die Digitalisierung der Bestände. Die vorzeitige Schließung der Teutloff-Ausstellung im Juli 2025 sei eine vorsorgliche Maßnahme zum Schutz der Werke gewesen, verursacht durch außergewöhnliche klimatische Bedingungen. Ein unabhängiges Gutachten zur Klimatisierung laufe und ein rigoroses Restaurierungsprotokoll sei bereits umgesetzt. Zugleich arbeite das CNA an einem langfristigen Monitoring-System für die Lagerbedingungen und an der Modernisierung der Arbeitsabläufe.

Das CNA betonte zudem, dass die Reaktion auf die Kritik aus einem „esprit de transparence et de responsabilité“ heraus geschehe. Hoffmann und andere Beobachter werfen dem CNA mangelnde Transparenz, ein toxisches Arbeitsklima und Ineffizienz vor. Die langfristige Schließung der Archive und Verzögerungen bei der Digitalisierung der Bestände würden das Vertrauen in die Institution belasten. Die strukturellen Reformen des CNA werden von Teilen der Fachwelt zudem als zu langsam und unzureichend bewertet.

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