Nach vierwöchigen politischen Turbulenzen
Bechs neuer Bürgermeister Max Pesch will für Stabilität sorgen
Der Gemeinderat in Bech hat am Montag Max Pesch als Bürgermeister vorgeschlagen. Erster Schöffe soll Norbert Classen werden und Bibi Wintersdorf Zweite Schöffin. Bürgermeisterin Jill Goeres war zuvor entmachtet worden.
Der neue Schöffenrat in Bech: Bürgermeister Max Pesch (Mitte) und die Schöffen Norbert Classen und Bibi Wintersdorf Foto: Editpress/Julien Garroy
Die kleine Gemeinde Bech im Osten Luxemburgs hat mit Max Pesch aus der vormaligen Opposition einen designierten neuen Bürgermeister. Der Grund: Das Budget wurde durch Überläufer Emile Bohnenberger abgelehnt und es kam zu einem Misstrauensvotum gegen Bürgermeisterin Jill Goeres. Neu in den Schöffenrat rücken soll Bibi Wintersdorf. Norbert Classen bleibt weiterhin Schöffe. Der Gemeinderat stimmte mit sechs zu drei Stimmen für diesen Vorschlag. Der neue Schöffenrat muss allerdings noch vom Innenminister bestätigt werden. Auch Nachwahlen stehen noch an, weil mit Jill Goeres und Nathalie Wohlfart zwei Mitglieder aus dem Gemeinderat zurücktraten. Diese Posten müssen ersetzt werden.
Was bisher geschah
Mit dieser Wahl endet ein Monat politischer Turbulenzen in der Kommune, die am 10. Dezember 2025 ihren Anfang nahmen: Mit fünf zu vier Stimmen verweigerte der Gemeinderat die Zustimmung zum Haushaltsentwurf des Schöffenrats um Bürgermeisterin Jill Goeres. Dabei schlug sich mit Emile Bohnenbeger ein Mitglied der Mehrheitsliste auf die Seite der Opposition. Auch ein Misstrauensvotum gegen den Schöffenrat, welches Ende Dezember erfolgreich war, wurde in die Wege geleitet. In einer nicht öffentlichen Sitzung hat der Gemeinderat nun die designierten Nachfolger vorgeschlagen.
Kontinuität statt Bruch
Die Abstimmung über den neuen Schöffenrat und Bürgermeister war bereits nach wenigen Minuten vorbei. „Wir hatten bereits im Vorfeld Gespräche geführt. Von daher war die Abstimmung nur noch eine Formsache“, so Max Pesch. Dass Norbert Classen Schöffe bleibt, sei wichtig: „Wir sind froh, dass wir damit sehr viel Kompetenz und Erfahrung mitnehmen können.“ Pesch habe zusammen mit der Opposition Änderungen angestrebt und sich deswegen zum Schritt des Misstrauensvotums entschieden. Im Dezember sagte die Opposition, man werde nicht ernst genommen. „Wir wollen im Konsens arbeiten“, so die zukünftige Zweite Schöffin der Gemeinde Bibi Wintersdorf. Man sehe den Gemeinderat als Partnerschaft statt als Einteilung in Opposition und Mehrheit. Ihr zufolge wolle man auf Kontinuität setzen und laufende Projekte abschließen. „Wir wollten keinen Bruch.“ Dafür spreche auch die Präsenz von Norbert Classen. Max Pesch und der neue Schöffenrat wollen die Bürger durch ihre Arbeit überzeugen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt es: „Der Gemeinderat soll wieder ein Ort konstruktiver Zusammenarbeit werden.“
Der designierte Bürgermeister Max Pesch ist zuversichtlich, in Zukunft im Konsens arbeiten zu können Foto: Editpress/Julien Garroy
Die ehemalige Bürgermeisterin Jill Goerens sagte dem Tageblatt, das Resultat sei wie erwartet ausgefallen. „Die wichtigsten Projekte für diese Periode sind bereits gestimmt, sodass, wohlwissend um unser kleines Budget, nicht mehr viel Spielraum bleibt.“ Max Pesch sagte jedoch: „Gerade im außerordentlichen Budget ist noch Spielraum.“ Es gebe auch Posten, die man anders aufteilen könne. „Da sind wir kreativ genug, um unsere eigenen Akzente einzubringen.“ Man sei abhängig vom Datum der Vereidigung, um den Haushalt zu stimmen. „Wir können ihn allerdings mit ruhigem Kopf bereits vorbereiten.“ Laut Pesch sei das Misstrauensvotum kein Selbstzweck, sondern „man soll auch im Budget zeigen, dass man eigene Ideen hat“. Den Haushaltsentwurf wolle man noch vor den Nachwahlen vorbereiten. Laut Norbert Classen kann es „Mai, Juni sein, bis der Gemeinderat komplett ist“. Jedoch: Die Projekte laufen weiter, „egal, wer hier sitzt“. Einen Termin für die Nachwahlen könne man erst nach der Vereidigung des Schöffenrates ansetzen.
Bibi Wintersdorf, zukünftige Schöffin, sagt, die Opposition sei nicht ernst genommen worden Foto: Editpress/Julien Garroy