Kultur-News

Architektur „to go“, Neustart im Institut Pierre Werner, Jurymitglieder gesucht und über das Luxemburger Publikum in der Völklinger Hütte

Was bewegte die Kulturszene diese Woche? Und welche Veranstaltungen sollte sich das Publikum nicht entgehen lassen? Das Tageblatt fasst die wichtigsten Fakten zusammen und stellt ausgewählte Events vor.

Kultur-News aus Luxemburg: Aktuelle Events, Ausstellungen und Highlights im Überblick

Kultur-News aus Luxemburg auf einen Blick Foto: Pexels

EVENT Sechs spannende Architektur-Promenaden in der Hauptstadt

Einer in den letzten Jahren gewonnen Tradition zufolge organisieren das MNAHA in Partnerschaft mit „Histoire urbaine Luxembourg“ 2026 erneut die sogenannten „Promenades architecturales du dimanche“. Das Konzept ist klar: Historiker Dr. Robert L. Philippart führt an sechs Sonntagen durch die Hauptstadt, jeweils mit einem thematischen oder gebäudespezifischen Schwerpunkt. Diese geführten Promenaden sind frei zugänglich, eine Anmeldung ist nur beim Besuch der spanischen Botschaft erforderlich. Das diesjährige Programm startet am 15. Februar mit einem Blick auf den Handel im XIX. Jahrhundert und was daraus geworden ist. Am 15. März steht der Besuch der spanischen Botschaft am Boulevard Servais auf der Agenda. Es geht da um zwei architektonisch interessante Gebäude. Wird die erste Promenade in Luxemburger Sprache durchgeführt, so gibt es bei der März-Ausgabe Erklärungen in Französisch. Es folgt ein weiterer Termin am 19. April, parallel zur Expo „Vu Lilien a Linnen“ im „Nationalmusée“ am Fischmarkt. Am 17. Mai werden einige Villas im Stadtpark unter die Lupe genommen, und am 14. Juni beleuchtet der Historiker kunstvolle Ornamente an Fassaden und in Stein gemeißelt. Ist das Stadtviertel rundum die Gare aufgrund bestimmter Vorkommnisse eher in Verruf geraten, so dokumentiert Robert Philippart am 19. Juli, was die rue de Strasbourg und ihr Umfeld alles an „Art Déco“-Spuren zu bieten hat. Prestigeträchtige Häuser zeugen hier von einer glanzvollen Vergangenheit. Nach den Sommerferien, am 13. September, geht es in die Oberstadt zum Boulevard Royal mit seinem noch verbliebenen architektonischen Patrimonium. Abgerundet wird die diesjährige „Promenaden“-Tour am 15. November mit der bereits traditionellen Visite des Friedhofs Notre-Dame neben dem Glacis-Feld, mit all seinen Erinnerungen und Sehenswürdigkeiten. Die Führungen sind abwechselnd in französischer und luxemburgischer Sprache. Sie finden stets sonntags von 14.30- 16.00 Uhr statt. Weitere Einzelheiten gibt es entweder beim Museum oder auf Anfrage direkt beim Historiker: robertphilippart@msn.com. (fw)


THEATER Wer will in die Jury der „Lëtzebuerger Bünepräisser 2027“?

Logo der Lëtzebuerger Bünepräisser 2027 mit modernem Design für den Neustart der Theaterpreise in Luxemburg

Die nächste Ausgabe steht 2027 an und verspricht einen Neustart: das Logo zu den „Lëtzebuerger Bünepräisser“ Copyright: Kulturministerium

Die Kritik an den „Lëtzebuerger Bünepräisser 2025“ war harsch: Die Presse und der Kultursektor monierten unter anderem die Interessenkonflikte einzelner Jurymitglieder, das undurchsichtige Nominierungsverfahren, die knapp berechnte Timeline oder auch die Gestaltung der Kategorien. Das Kulturministerium reagiert und wagt nach dem Austausch mit den Beteiligten einen Neustart: Die kommende Ausgabe 2027 umfasst zehn statt acht Kategorien (neu: „Bescht Danzproduktioun“, „Beschten Theatertext“) und einen Sonderpreis der Jury. Letztere wächst von sieben auf neun Mitglieder. Sie umfasst erstmals zwei Repräsentant*innen des erwachsenen und des jungen Publikums, die mithilfe eines Aufrufs ermittelt werden. Ab dieser Woche und noch bis zum 25. Januar können Theaterfans ihre Kandidatur einreichen. Das entsprechende Formular und weiterführende Informationen sind auf der Website des Kulturministeriums (mcult.gouvernement.lu) verfügbar. Wer den Sprung ins Auswahlkomittee schafft, entscheiden die bereits bekannten Jurymitglieder. Das Kulturministerium ernannte: Marc Baum, Nicolas Calmes, Olivier Garofalo, Dani Jung, Christiane Kremer, Lol Margue und Marie-Laure Neiseler. (ispi)


KULTUR Sonia da Silva leitet ab sofort das Institut Pierre Werner

Quatorze ans durant le centre culturel européen s’est établi, sous sa direction, comme point central de rencontres et de dialogue au Luxembourg, alimenté par d’innombrables personnalités allemandes, françaises, luxembourgeoises et européennes, et presqu’autant de lectures, de conférences, d’expositions et de soirées cinématographiques et théâtrales abordant les grands enjeux de l’actualité culturelle nationale et européenne

Auszug aus der Pressemitteilung des Luxemburger Kulturministeriums zum Abschied von Olivier Frank, ehemaliger Direktor des Kulturzentrums Institut Pierre Werner

Kulturminister Eric Thill mit neuer Direktorin Sonia da Silva und scheidendem Leiter Olivier Frank beim Institut Pierre Werner

Trafen sich mit Kulturminister Eric Thill (DP, Mitte): die neue Direktorin des Institut Pierre Werner, Sonia da Silva (l.), und der scheidende Leiter Olivier Frank (r.) Foto: MCULT

Nach 14 Jahren ist Schluss: Oliver Frank, ehemaliger Direktor des Kulturzentrums Institut Pierre Werner, verabschiedete sich am Montag offiziell von Kulturminister Eric Thill (DP) – im Beisein seiner Nachfolgerin Sonia da Silva, die zuvor die Kommunikationsabteilung des MNAHA leitete. Sie trat ihren neuen Posten zum Jahresbeginn an. Nach Pressemitteilung des Kulturministerium bedankte sich Thill für Franks langjähriges Engagement. Es habe zur Diversität und zum kulturellen Austausch beigetragen. Gleichzeitig sprach Thill der neuen Direktorin Sonia da Silva sein vollstes Vertrauen aus. Das Institut Pierre Werner wurde 2003 auf Initiative der deutschen, luxemburgischen und französischen Regierungen gegründet. Es unterhält eine Konvention mit dem Kulturministerium. (ispi)


KULTURERBE Team der Völklinger Hütte legt Jahresrückblick vor

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Prozent des ausländischen Publikums reisten 2025 aus Luxemburg zur Völklinger Hütte

Das Tageblatt berichtet gelegentlich über die Ausstellungen in der saarländischen Völklinger Hütte, nun schaut dessen Team auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück und gewährt Einblicke in das Profil des Publikums. Die Ausstellung „The True Size of Africa“ und das grenzüberschreitende Kulturprojekt „GRACE“ gelten als Höhepunkte des Jahres. Genauso wie der Besuch des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) oder das Vibrancy Open Air – das erste Techno-Event in der Völklinger Hütte seit dem Pandemieausbruch. Aus dem Schreiben geht zudem hervor: Insgesamt lösten im vergangenen Jahr 103.000 Menschen ein Kombiticket für das Unesco-Weltkulturerbe. Davon reiste die Hälfte aus dem Bundesgebiet jenseits des Saarlandes ein, über 30 Prozent kamen aus dem Ausland. Meist aus Frankreich (10 Prozent), den Niederlanden (4 Prozent), Luxemburg, Belgien oder der Schweiz (jeweils 3 Prozent). Zum Kombiticket-Publikum kommen 9.000 Menschen, die Events auf dem stillgelegten Industriewerk besuchten. Somit gehöre die Völklinger Hütte „deutschlandweit zur Spitzengruppe der Museen – den wenigen, die überhaupt eine Besucherzahl über 100.000 (...) erreichen“, so der Generaldirektor Ralf Beil. Am Ende noch ein Ausblick auf 2026: Im Mai stehen unter anderem die Urban Art Biennale und das Forge Video Mapping Festival an; im August das dreitägige Ferra Festival zu Techno- und Industriekultur. Im November folgt die Ausstellung „Erzengel und Sintersonne“, in der die Geschichte der Hütte von 1873 bis zur Gegenwart mittels Kunst erlebbar werden soll. (ispi)

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