Aki Kaurismäki
„Der Chefmelancholiker des europäischen Autorenkinos“
Aki Kaurismäkis Film „Schatten im Paradies“ aus dem Jahr 1986 ist der Auftakt der „proletarischen Trilogie“ des finnischen Regisseurs. Und die melancholische Liebesgeschichte zwischen einem Müllfahrer und einer Supermarktkassiererin.
Matti Pellonpää und Kati Outinen in „Schatten im Paradies“ (1986) Foto: IMDb
Nikander fährt Tag für Tag in einem großen weißen Müllwagen durch die Straßen Helsinkis und sammelt Abfall ein. Am Wochenende lernt er Englisch, kauft ein und brät sich ein Spiegelei. Nikander lebt allein. Sein Kollege, der immer von der Selbstständigkeit träumte, fällt bei einer Schicht tot um. Nikander betrinkt sich und findet sich am nächsten Morgen in einer Ausnüchterungszelle wieder.
Derweil arbeitet Ilona an der Kasse eines Supermarkts, in dem Nikander einkauft. Als er sich einmal an der Hand verletzt, verarztet sie ihn. Sie treffen sich wieder. Er zieht einen dunklen Anzug und ein weißes Hemd an, hält einen Strauß Nelken in der Hand und führt Ilona in einen Bingo-Salon. Sie will nach Hause und sagt: „Ich habe das Gefühl, wir lassen es lieber.“ Nikander: „Was denn?“ Ilona: „Na alles.“ Als Ilona entlassen wird, verliert sie auch ihre Wohnung. Voller Wut lässt sie die Tageskasse mitgehen. Nikander sieht sie in einer Telefonzelle stehen. Er fährt mit ihr ans Meer. Sie übernachten im Hotel in zwei Einzelzimmern und gehen abends schick essen. Ilona: „Was willst du eigentlich von mir?“ Nikander: „Meinst du mich?“ Ilona: „Ja, dich.“