Differdingen

30. Geburtstag: „Festival des cultures“ lädt zur Weltreise ein

Von Italien mal schnell nach Brasilien und vielleicht noch einen Abstecher nach Kamerun? Kein Problem – zumindest in Differdingen. Beim „Festival des cultures“ am Wochenende lagen diese Reiseziele nur wenige Meter auseinander. Über ein Dutzend Länder und vier Kontinente waren beim 30-jährigen Jubiläum der Veranstaltung dabei.

Mit Gesang und Tanz heizte die kapverdische Grupo di Batukaderas den Besuchern bereits vor der offiziellen Einweihung ein

Mit Gesang und Tanz heizte die kapverdische Grupo di Batukaderas den Besuchern bereits vor der offiziellen Einweihung ein Foto: Nancy Lambert

Einen runden Geburtstag muss man gebührend feiern. Das haben sich auch die Veranstalter des „Festival des cultures“ in Differdingen – die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit der Ausländerkommission – gedacht und anlässlich der Eröffnungsfeier des 30-jährigen Jubiläums einen Kuchen mit dem Poster des Festivals organisiert. Zwei Tage lang wurde am Wochenende auf der place du Marché und in der Fußgängerzone das Zusammentreffen verschiedenster Länder und Kulturen zelebriert. Insbesondere Länder aus Afrika, Europa und Lateinamerika waren bei der diesjährigen Auflage vertreten. Neben verschiedenen Vereinen mit ihren Verkaufs- und Essständen sorgten Musikkünstler aus aller Welt für eine besondere Atmosphäre. In der Fußgängerzone kam dagegen vor allem das junge Publikum mit diversen Holz- und Gesellschaftsspielen sowie verschiedenen Workshops, darunter Facepainting und Tonmodellierung, auf seine Kosten.

Der Eröffnungszeremonie wohnten nicht nur zahlreiche Besucher, sondern auch Politiker bei. Darunter der portugiesische Europaabgeordnete Paulo Pisco sowie Mitglieder des Differdinger Gemeinde- und Schöffenrats. Der Reichtum der Gemeinde Differdingen beruhe auf seinen „124 Nationalitäten, die harmonisch zusammenleben und den wahren Geist des Multikulturalismus verkörpern“, betonte Bürgermeister Guy Altmeisch in seiner Rede. Anschließend rief Schöffe Jerry Hartung die Namen der Gewinner des Schülermalwettbewerbs zur Gestaltung des diesjährigen Festivalplakats auf die Bühne. Die Hauptpreise gingen dabei an Schüler aus dem „Lycée privé Emile Metz“ und der „Ecole internationale de Differdange“.

Kulinarik für den guten Zweck

Wie erwartet, hielt das „Festival des cultures“ eine musikalische und kulinarische Weltreise bereit. Eine davon: Bissap, ein Hibiskussaft mit Vanille, Orangenblüten und einer Prise Zucker, erklärte der Senegalese Sada Diagne. Mit den Mitgliedern seiner „Ndaalân Asbl“ verkaufte der Präsident des gemeinnützigen Vereins allerdings nicht nur Getränke, sondern auch selbst gekochte Speisen sowie handgefertigte Taschen und Schmuck. „Unser Verein unterstützt das senegalesische Dorf Gague Chérif im Schulunterricht, in der Erziehung, im Gesundheitswesen, aber auch im lokalen Handwerk“, so Diagne. „Deshalb kaufen wir das Kunsthandwerk in Senegal ungefähr zum doppelten Preis und verkaufen es hier weiter, was den Bewohnern dort ermöglicht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“ Beim „Festival des cultures“ war er zum zweiten Mal dabei. „Es ist ein tolles Festival mit einer kulinarischen und kulturellen Vielfalt“, sagte Diagne. „Wir freuen uns, hier zu sein.“

Ähnliche Ziele verfolgt auch der gemeinnützige Verein Rahma, der sich jedoch hauptsächlich für Waisenkinder einsetzt. „Wir betreiben seit anderthalb Jahren ein Zentrum für Waisenkinder in Marokko“, erklärte Präsidentin Nia Fatna. „Alles, was wir heute verkaufen, geht an das Zentrum.“ Beim „Festival des cultures“ bot die Vereinigung den Besuchern ein umfangreiches kulinarisches Erlebnis an, darunter „verschiedene marokkanische Backwaren, die wir selbst herstellen, mit Mandeln, Pistazien und Honig“, erklärte Fatna. Ebenfalls im Angebot: Pfefferminztee, Couscous mit Hähnchen sowie Blätterteig mit Hackfleisch. Auch Fatna nahm zum zweiten Mal am Festival teil. Mit der Organisation und der Atmosphäre war sie zufrieden: „Mein Team und ich waren sehr glücklich, als wir zum ersten Mal am Festival teilgenommen haben. Wir haben es nicht bereut und dieses Jahr ist es wieder so weit. Ich hoffe, dass es so weitergehen wird.“

Bei Sada Diagne gab es unter anderem den Hibiskussaft Bissap zu probieren
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Bei Sada Diagne gab es unter anderem den Hibiskussaft Bissap zu probieren
Nia Fatna (Mitte) und ihr Team verkauften unter anderem hausgemachtes marokkanis...
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Nia Fatna (Mitte) und ihr Team verkauften unter anderem hausgemachtes marokkanisches Gebäck
Manche Stände boten auch Handwerkskunst an
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Manche Stände boten auch Handwerkskunst an
Auf den Hund gekommen – oder zumindest annähernd: Eine Besucherin versuchte sich...
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Auf den Hund gekommen – oder zumindest annähernd: Eine Besucherin versuchte sich zum ersten Mal an Tonmodellierung
Zum 30. Geburtstag des Festivals gab es einen Kuchen mit dem Plakat der Jubiläum...
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Zum 30. Geburtstag des Festivals gab es einen Kuchen mit dem Plakat der Jubiläumsauflage
Einmal lächeln, bitte! Jerry Hartung und Guy Altmeisch (v.l.) schnitten den Kuch...
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Einmal lächeln, bitte! Jerry Hartung und Guy Altmeisch (v.l.) schnitten den Kuchen an
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