„déi Lénk“ Esch

Marc Baum bleibt im Gemeinderat – und weicht vom Rotationsprinzip ab

„déi Lénk“ setzt ihr Rotationsprinzip in Esch aus – und reagiert damit auf eine besondere Situation in der zweitgrößten Stadt des Landes. Bei einer Pressekonferenz am Freitag wurde diese erläutert. Und: Es wurden weitere Änderungen bekannt gegeben.

Marc Baum im Escher Gemeinderat bei Sitzung, Kommunalpolitik Esch, Mandat bis Kommunalwahl 2029

Marc Baum wird zumindest bis zur Kommunalwahl 2029 weiter im Escher Gemeinderat sitzen Archivfoto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Marc Baum („déi Lénk“) bleibt länger Mitglied des Escher Gemeinderats als ursprünglich geplant. Das teilte „déi Lénk“ am Freitagmorgen bei einer Pressekonferenz im Escher Rathaus mit. „Wir werden nicht rotieren – was ‚déi Lénk‘ betrifft, bleibt im Escher Gemeinderat alles beim Alten“, kündigte Laurent Biltgen an.

Gemäß des in den Parteistatuten festgehaltenen Rotationsprinzips sollen politische Verantwortliche von „déi Lénk“ ihr Amt eigentlich nach der Hälfte einer Legislaturperiode abgeben. Zur Rotation auf Gemeindeebene heißt es in den Statuten: „Die gewählten Gemeinderäte/innen wechseln nach drei Jahren zugunsten der Nächstgewählten.“ Allerdings steht in dem Dokument auch: „In Ausnahmefällen kann diese allgemeine Rotationsregel an spezifische Situationen in einer Gemeinde angepasst werden.“

Besondere Gegebenheiten

Als „spezifisch“ lässt sich die aktuelle Situation in Esch durchaus bezeichnen. Nach dem Rotationsprinzip würde auf den mit 1.454 Stimmen bei der Gemeindewahl in 2023 gewählten Marc Baum nämlich eigentlich Line Wies (1.438) folgen. Da sie jedoch nicht mehr in Esch lebt, käme Samuel Baum (1.150) zum Zug – der allerdings seit fast einem Jahr kein Parteimitglied mehr ist.

Im Mai 2025 teilte der Ko-Spitzenkandidat der Gemeindewahl 2023 mit, dass Kommunikation, Grundprinzipien und Seriosität nicht mehr seinen Erwartungen entsprächen. Samuel Baum – nicht verwandt mit Marc Baum – erklärte damals, er könne zwar 2026 über das Rotationsprinzip in den Escher Gemeinderat nachrücken, könne eben dieses Prinzip aber nicht mit seiner persönlichen Haltung vereinbaren.

Als gewählter Volksvertreter könnte Samuel Baum nun theoretisch für seinen Namensvetter nachrutschen – wenn Marc Baum sein Amt niederlegen würde. Das würde jedoch bedeuten, dass die Oppositionspartei, die bei der letzten Gemeindewahl den Verlust eines Sitzes hinnehmen musste, nicht mehr im Escher Rathaus vertreten wäre. „Da wir nur einen Sitz haben, müssen wir gut darauf achten, wie wir uns aufstellen“, erklärte Laurent Biltgen. Er hatte zuvor gesagt, dass die Zweitgewählte und der Drittgewählte „nicht zur Verfügung stehen“.

Neues Sprecherduo

Dennoch gibt es Veränderungen bei „déi Lénk Esch“: Laurent Biltgen wird Präsident der Escher Sektion – eine Funktion, die es so bislang noch nicht gab. „Wir funktionieren sehr stark über flache Hierarchien, was zum Beispiel bei Vereinen in Esch oft dazu geführt hat, dass man nicht wusste, wer Ansprechpartner ist. Nun wissen Vereinigungen oder Interessenvereine, an wen sie sich wenden können“, erklärte Marc Baum.

Und: Leonie Guskowski und Fabio Da Re sind in Zukunft als Sprecherin und Sprecher für die Partei aktiv. „Die beiden werden bei öffentlichen Aktionen Hauptansprechpartner für die Presse sein“, so Marc Baum. Das Ratsmitglied erklärte, dass man künftig eine gezieltere Pressearbeit machen und durch politische Aktionen „bewusst auch andere Gesichter nach vorne bringen will“. Die 28-jährige Leonie Guskowski arbeitet als Raumplanerin, der 30 Jahre alte Fabio Da Re ist Geschichtslehrer.

Keine Veränderung in der Hauptstadt

Nicht nur in Esch, auch in Luxemburg-Stadt wird auf einen (weiteren) Wechsel verzichtet: Der mit 3.225 Stimmen gewählte David Wagner bleibt bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt. Er hatte dieses bereits vorzeitig im September 2024 von der Erstgewählten Nathalie Oberweis (3.361 Stimmen) übernommen. Sie hatte ihr Mandat am „Knuedler“ aus beruflichen Gründen niedergelegt. Wagner erklärte damals gegenüber dem Tageblatt, dass mit diesem Wechsel die Rotation ausgeführt sei. Bei der Pressekonferenz am Freitagmorgen darauf angesprochen, sagte Marc Baum ebenfalls: „In der Stadt wurde bereits rotiert, da ist David Wagner als Zweitgewählter bereits nachgerückt.“

Auf nationaler Ebene hält die Partei übrigens am Rotationsprinzip fest. Ab Oktober folgen dort Gary Diederich und Ana Correia Da Veiga auf die aktuellen Abgeordneten Marc Baum und David Wagner. Wie Laurent Biltgen während der Pressekonferenz am Freitagmorgen feststellte, wird Marc Baum dann „viel mehr Zeit haben, um sich auf die Escher Politik zu konzentrieren“.

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