Im Jahr 2025
Zahl irregulärer Migranten an den EU-Außengrenzen geht um 26 Prozent zurück
An den EU-Außengrenzen kommen immer weniger irreguläre Migranten an: Wie die Europäische Grenzschutzagentur Frontex am Donnerstag mitteilte, ging die Zahl der irregulären Grenzübertritte im Jahr 2025 um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Hamdan hatte Glück: Der 27-jährige Sudanese wurde im Mittelmeer von der „Ocean Viking“ gerettet Foto: Sameer Al-Doumy/AFP
„Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht“, wird der Direktor von Frontex, Hans Leijtens, in einer Mitteilung zitiert. Dieser Trend hatte sich in den monatlichen Bulletins der Grenzschutzagentur im Laufe des vergangenen Jahres abgezeichnet. Fast 178.000 irreguläre Migranten und Flüchtlinge wurden im vergangenen Jahr an den EU-Außengrenzen registriert. Im Jahr 2023 waren es mit rund 380.000 Menschen mehr als doppelt so viele.
Auf fast allen großen Flüchtlingsrouten kam es zu einem Rückgang der Zahlen, außer im westlichen Mittelmeer zwischen Marokko bzw. Algerien und Spanien. Dort kam es zu einem Anstieg um 14 Prozent gegenüber 2024, was vor allem auf gestiegene Fluchtbewegung aus Algerien zurückzuführen sei, wie Frontex anmerkt. Insgesamt kamen 19.403 Menschen vor allem aus Algerien, Somalia und Marokko über die schmale Meerenge nach Spanien.
Der größte Rückgang an irregulären Grenzübertritten wurde auf der westlichen Afrikaroute verzeichnet. Der Seeweg, den die Menschen von Mauretanien, Senegal oder Marokko in Richtung der Kanarischen Inseln antreten, ist die gefährlichste Route. Hier ging die Zahl der irregulären Migranten um 63 Prozent zurück. 17.280 Menschen vorwiegend aus Mali, Senegal und Guinea erreichten die Kanaren, um dann weiter nach Spanien zu gelangen.
Auf dem Westbalkan wurde ein Rückgang von 42 Prozent festgestellt. Die Landgrenze zwischen Serbien und Bosnien-Herzegowina und den angrenzenden EU-Staaten wurde 2025 von 12.528 Menschen genutzt, die hauptsächlich aus der Türkei, Afghanistan und Syrien stammen. An der EU-Außengrenze zu Belarus kamen 10.846 Menschen vornehmlich aus der Ukraine und Somalia an. Gegenüber dem Jahr 2024 war das ein Rückgang von 37 Prozent. Ein zahlenmäßig bedeutenderer Rückgang wurde im östlichen Mittelmeer festgestellt. Zwischen der Türkei und Griechenland sowie Bulgarien wurden 2025 insgesamt 51.399 irreguläre Migranten gezählt und somit 27 Prozent weniger als im Jahr zuvor, als noch 69.436 Menschen über diese Route in die EU gelangten, auf der vorwiegend Afghanen, Sudanesen und Ägypter unterwegs sind.
1.878 Menschen 2025 im Mittelmeer gestorben
Das zentrale Mittelmeer hingegen war 2025 wieder die am meisten genutzte Route, um in die EU zu gelangen: 66.328 Menschen vor allem aus Bangladesch, Ägypten und Eritrea nutzten diesen nicht minder gefährlichen Seeweg. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration starben 1.878 Menschen im vorigen Jahr bei der Überfahrt im Mittelmeer. 2024 seien es noch 2.573 Menschen gewesen.
Für viele irreguläre Migranten sind die EU-Staaten lediglich eine Zwischenstation auf ihrem Weg in das Vereinigte Königreich. 2025 waren es 65.861 Menschen vor allem aus Eritrea, Somalia und Afghanistan, die den Ärmelkanal überquerten. Das waren drei Prozent weniger als noch im Jahr zuvor.
Am kommenden 12. Juni treten die neuen EU-Migrations- und Asylgesetze in Kraft, die Auswirkungen auf die Zahl der irregulären Migrationsbewegungen haben könnten. Zudem ist seit Beginn des Jahres das sogenannte Einreise/Ausreise-System in Kraft, mit dem die Reisebewegungen von Nicht-EU-Bürgern überwacht werden. Im vierten Quartal des Jahres soll zudem das sogenannte Etias eingeführt, über das sich Einreisewillige aus rund 60 Staaten zuvor anmelden müssen, bevor sie in die Union einreisen können. Die EU-Staaten versuchen demnach mit allen Mitteln, die Kontrolle über ihre gemeinsame Außengrenze zu erlangen.