Himalaya

Zahl der Todesopfer nach der Sturzflut steigt auf mehr als 1.000

Sturzflut im Himalaya: Die Zahl der Toten in Nepal und Tibet steig auf 1.000. Im Krisengebiet steigt die Seuchengefahr.

Mit Nummern versehene Gräber in Devghat, Nepal. Die Regierung beerdigt die unidentifizierten Opfer, nachdem sie DNA-Proben genommen hat

Mit Nummern versehene Gräber in Devghat, Nepal. Die Regierung beerdigt die unidentifizierten Opfer, nachdem sie DNA-Proben genommen hat AFP

Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ist die Zahl der Todesopfer insgesamt auf mehr als 1000 gestiegen: In Nepal gebe es inzwischen 987 bestätigte Todesfälle, teilte der Katastrophenschutz am Dienstag mit. Chinesische Staatsmedien hatten zuvor 16 Tote in Tibet gemeldet.

Experten warnen vor dem Ausbruch gefährlicher Krankheiten. Mitarbeiter der Hilfsorganisation Save the Children berichteten von katastrophalen hygienischen Bedingungen im Unglücksgebiet – und zahlreichen Leichensäcken entlang der Straße, die von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu in die weitgehend zerstörte Stadt Trishuli Bazar führt.

„Verwesend Überreste“

„Verwesende menschliche und tierische Überreste, nicht entsorgter Abfall und stehendes Wasser erhöhen zusätzlich das Gesundheitsrisiko für die Menschen in der Region“, hieß es in einer Mitteilung der Organisation. Dass es in einigen der besonders betroffenen Regionen weiter regne, mache die Situation noch schlimmer.

„Überfüllte Räume, verunreinigtes Wasser, schlechte sanitäre Verhältnisse und eine eingeschränkte Gesundheitsversorgung schaffen ideale Bedingungen für Krankheitsausbrüche, die Kindern schwer schaden können“, sagt Tara Chettry, Länderdirektorin von Save the Children in Nepal. Viele Wasserquellen seien verunreinigt, so dass es den Menschen an sauberem Trink- und Waschwasser fehle.

Sorge vor Cholera und Dengue-Fieber

Überschwemmungen können Abwässer und Fäkalien in Trinkwasserquellen spülen, Latrinen können beschädigt, Kläranlagen überflutet sein. In den Notunterkünften werden nach Angaben der Organisation bereits Kinder mit Fieber und Atemwegsinfektionen behandelt. Besonders groß ist die Sorge vor Durchfallerkrankungen wie Cholera - verursacht vom Bakterium Vibrio cholerae - und Hautinfektionen. Stehendes Wasser bietet zudem ideale Brutstätten für Mücken und erhöht damit das Risiko für Dengue-Fieber.

Die Sturzflut hatte vergangene Woche Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet im Himalaya ganze Ortschaften zerstört. Mehr als 3900 Menschen wurden nach Angaben der nepalesischen Behörden vermisst, chinesische Staatsmedien meldeten mehr als 500 Vermisste in Tibet.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Diplomatischer Drahtseilakt

Eklat beim G20-Treffen: Amerikaner laden russischen Finanzminister ein

Schanghaier Organisation

Xi und Putin betonen trotz Gegenwind ihre Zusammenarbeit