Interview
Nach Sturzflut in Nepal: Luxemburger Forscher warnt vor den Folgen des Klimawandels
Der Luxemburger Tom Battin ist Professor für Umweltwissenschaften an der „École polytechnique fédérale de Lausanne“. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Ökosystem der Gletscher. Die Himalaya-Region, in der es am Mittwoch zu dem verheerenden Gletscherabbruch kam, kennt er gut. Im Tageblatt-Interview spricht er über die Ursachen solcher Katastrophen.
Für Tom Battin, Professor für Umweltwissenschaften, werden sich solche Katastrophen wie in Nepal mit dem Klimawandel noch häufen Foto: AFP
Tageblatt: Herr Battin, die Bilder aus Nepal haben viele Menschen geschockt. Was hat zu dieser verheerenden Sturzflut geführt?
Tom Battin: Für eine genaue Erklärung zur Ursache ist es noch zu früh. Experten sind dabei, Satellitenbilder und seismologische Daten auszuwerten. Nach dem, was ich gelesen habe, ist ein Teil eines Gletschers in einen Fluss gestürzt, wodurch sich eventuell ein See gebildet hat. Als dieser durch das anströmende Wasser größer wurde, konnte der Eis- und Schuttwall dem Druck nicht mehr standhalten, und es kam zur Sturzflut. Man muss auch bedenken, dass Monsunzeit ist und es in der Region zu starken Regenfällen kommt.