Bericht
Wie das EU-Parlament Kinder vor den negativen Auswirkungen der digitalen Welt schützen will
Die Bemühungen, Kinder und junge Menschen vor den negativen Auswirkungen der digitalen Welt zu beschützen, häufen sich. Am Montag präsentiert die EU-Kommission einen entsprechenden Expertenbericht, am Dienstag legte der Bildungsausschuss des EU-Parlaments (EP) einen Initiativbericht mit eigenen Forderungen vor.
Die Diskussion über ein Verbot Sozialer Medien für Kinder und Jugendliche ist in Europa auf vollen Touren Foto: Annette Riedl/dpa
„Dies ist der Beginn, nicht das Ende unserer Arbeit“, meinte der EP-Berichterstatter Sandro Ruotolo, als er am Dienstag den Bericht vorstellte. Die Entwicklung bei den Algorithmen, bei der Künstlichen Intelligenz (KI) gehe „unglaublich schnell“. „Wir können als Institutionen nicht nachhinken, wenn der Schaden bereits angerichtet ist“, sagte der italienische Sozialdemokrat. Ihm geht es vor allem um den Schutz der Minderjährigen, wie er immer wieder betonte. Es gehe nicht darum, die jungen Leute von der digitalen Welt abzuhalten.
Im September bereits will die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag über ein mögliches Social-Media-Verbot für junge Menschen vorlegen. Dabei wird sie sich auf die Empfehlungen der Expertenrunde beziehen, deren Bericht am Montag vorgestellt wurde. Diese hatte unter anderem vorgeschlagen, dass Kinder unter 13 Jahren keinen uneingeschränkten Zugang zu Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Tiktok haben sollten. Bereits seit Anfang des Jahres besteht ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Australien – mit mäßigem Erfolg. Frankreich will sich daran inspirieren, Estland wiederum will kein Verbot einführen. Auch in anderen EU-Ländern laufen die Diskussionen.