Deutschland
Deutlich mehr Kriegsdienstverweigerer seit neuem Wehrdienstgesetz
Seit Januar gilt in Deutschland das neue Wehrdienstgesetz. Seitdem ist die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung stark gestiegen. Doch die Zahl der Bewerbungen liegt deutlich höher.
Deutsche Bundeswehr-Soldaten nehmen an NATO-Übung zur Drohnenabwehr teil: Viele junge Leute in Deutschland wollen da nicht mitmachen Foto. Moritz Frankenberg/dpa
So viele Anträge auf Kriegsdienstverweigerung wie im ersten Halbjahr 2026 wurden lange nicht gestellt. 5.862 Anträge haben das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) erreicht, wie eine Sprecherin des Amts sagte. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 hatten in Deutschland 3.867 Menschen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt, 2024 waren es 2.998. Und 2011, dem Jahr der Aussetzung der Wehrpflicht, wurden 4.348 Anträge gezählt. Wie ist der Anstieg der Kriegsdienstverweigerer zu bewerten?
Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Thomas Erndl, ordnete das so ein: „Zu Zeiten der Wehrpflicht hatten wir erhebliche Verweigerungszahlen. Die aktuellen Zahlen sind wirklich auf sehr niedrigem Niveau, und dass es in diesen Zeiten einen Anstieg gibt, ist nachvollziehbar.“