Ungarn

Premier Magyar auf Rachefeldzug: Staatschef Sulyok soll abgesetzt werden

Ungarns neuer Premier Peter Magyar verliert bei der Abrechnung mit der Ära seines Vorgängers Viktor Orban keine Zeit. Per Verfassungsänderung hofft er, den von Orban ins Präsidentenamt gehievten Tamas Sulyok zum Abtritt zu zwingen. Kritik kommt nicht nur aus den Reihen der gebeutelten Opposition.

Mit abgewandtem Blick und steinerner Miene geht der ungarische Präsident Tamas Sulyok (l.) am 9. Mai an der amtierenden Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer und dem neu gewählten Premierminister Peter Magyar vorbei, bevor er beiden den Eid abnimmt

Mit abgewandtem Blick und steinerner Miene geht der ungarische Präsident Tamas Sulyok (l.) am 9. Mai an der amtierenden Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer und dem neu gewählten Premierminister Peter Magyar vorbei, bevor er beiden den Eid abnimmt Foto: Attila Kisbenedek/AFP

Für den prominentesten Fußball-WM-Touristen des Landes hat Ungarns neuer starker Mann nur beißenden Spott übrig. Wie ein Fußballtrainer sollte auch der Kapitän nicht der Erste sein, der sein sinkendes Schiff verlasse, „vor allem, wenn er es selbst gegen den Eisberg gesteuert hat“, schrieb Premier Peter Magyar (Tisza) am Dienstag im Parlament seinem zu Wochenbeginn zum WM-Finale in die USA gereisten Vorgänger Viktor Orban (Fidesz) ins Stammbuch: „Unsere Aufgabe ist es, die von Orban aufgebaute Autokratie zu demontieren, der gerade nach Amerika geflohen ist.“

Ausgerechnet am Tag einer umstrittenen und für seine Partei fatalen Verfassungsänderung hatte sich der Ex-Premier zu einem WM-Abstecher und Familienbesuch seiner bereits in die USA übergesiedelten Tochter aufgemacht. Doch nicht nur in den Reihen der gebeutelten Fidesz-Partei sorgt die US-Reise ihres Noch-Leithammels für Verbitterung und zunehmende Verunsicherung. Auch im Präsidentenpalast hat sich Orbans langjähriger Erfüllungsgehilfe Tamas Sulyok nun allein gegen seine drohende Ablösung zu stemmen.

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