Iran-Krieg

Trump: „Prozess der Freigabe" der Straße von Hormus hat begonnen

Donald Trump spricht von Schritten zur Straße von Hormus und verschärft den Ton im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

US-Präsident Trump verkündet Beginn des Freigabeprozesses der strategischen Straße von Hormus

Nach Angaben von US-Präsident Trump hat der Prozess zur Freigabe der Straße von Hormus begonnen Foto: The Visible Earth/NASA/dpa

Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump mit dem „Prozess zur Freigabe der Straße von Hormus“ begonnen. In seinem Onlinedienst Truth Social schrieb er am Samstag: „Wir beginnen jetzt den Prozess, die Straße von Hormus freizuräumen, als Gefälligkeit für Länder auf der ganzen Welt, einschließlich China, Japan, Südkorea, Frankreich, Deutschland und viele andere.“

Trump fügte hinzu: „Unglaublicherweise haben sie nicht den Mut oder den Willen, die Arbeit selbst zu erledigen.“ Zuvor hatte das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Beamten berichtet, mehrere Schiffe der US-Marine hätten die Straße von Hormus passiert. Ein ranghoher iranischer Militärvertreter, auf den sich das iranische Staatsfernsehen berief, dementierte die Angaben.

Trump attackierte auch Medien, die behaupteten, der Iran gehe als Sieger aus dem am 28. Februar begonnenen US-israelischen Krieg gegen ihn hervor, „während in Wirklichkeit jeder weiß, dass sie am Verlieren sind, und zwar gewaltig“. Zugleich räumte der US-Präsident ein, dass Schiffe in der Straße von Hormus auf vom Iran gelegte Seeminen fahren könnten.

Trumps Tirade erfolgt zu Beginn der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan, bei denen die Frage des Verkehrs durch die Meerenge eine wichtige Rolle spielt. Derzeit gilt eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien.

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert.

Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Irans Marine warnt US-Kriegsschiff wegen Straße von Hormus

Irans Marine hat derweil mit Beginn der Friedensverhandlungen ein US-Kriegsschiff vor einer Durchquerung der Straße von Hormus gewarnt. Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran beobachteten den US-Zerstörer genau, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Sollte das Schiff seinen Kurs fortsetzen, drohe ein Angriff.

Irans Delegation, die in Islamabad mit den USA Friedensgespräche aufgenommen hat, legte beim Vermittler Pakistan Beschwerde ein und forderte, dass der US-Zerstörer die Meerenge wieder verlasse. „Wenn die Bewegung des Schiffs fortgesetzt wird, wird es innerhalb von 30 Minuten angegriffen“, ließ der Iran Tasnim zufolge den USA mitteilten.

„Axios“-Reporter Barak Ravid hatte zuvor unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter berichtet, dass mehrere Schiffe der US-Marine die Straße von Hormus durchquert hätten. Der Schritt sei nicht mit dem Iran koordiniert worden. Daten des Trackingdienstes Vesselfinder zeigten ein Schiff der US-Regierung mit nicht näher genannter Typenbezeichnung - wie beim Militär üblich - im Persischen Golf.

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