Sommerverkehrskollaps mit Ansage
Würgt Brüssel mit unausgereiftem EES-Grenzkontrollsystem Tourismus und Wirtschaft ab?
Würgt ausgerechnet Brüssel die Wirtschaft und den Tourismus ab? Angesichts der Unzulänglichkeiten des neuen EES-Grenzkontrollsystems droht im Sommer an den Schengengrenzen im Südosten, aber auch an vielen EU-Flughäfen der Verkehrskollaps. Noch hält Brüssel an dem unausgegorenen System eisern fest.
Bereits im Januar protestierten Fuhrunternehmer an der kroatisch-serbischen Grenze mit einer Blockade gegen das aufwändige und zeitraubende EES-Kontrollsystem Foto: Andrej Isakovic/AFP
Stundenlange Staus und eine Grenzabfertigung im quälenden Schneckentempo: An Wochenenden und Feiertagen haben Grenzgänger an den EU-Außengrenzen in Südosteuropa in den letzten Monaten bereits einen Vorgeschmack auf den totalen Verkehrskollaps erhalten, der auch Reisenden mit EU-Pässen in den kommenden Monaten auf dem Balkan zu treffen droht. Der Grund: die Unzulänglichkeiten des neuen digitalen EES-Grenzkontrollsystems bei der Ein- und Ausreise in die Schengenzone.
Er habe dem seit Oktober letzten Jahres schrittweise eingeführten EES-System ursprünglich gelassen entgegengesehen, berichtet Aleksandar Ljubic, der Direktor des Verbands der Auslandsinvestoren (FIC), im serbischen Belgrad: „Einmal in drei Jahren die Fingerabdrücke abnehmen und ein biometrisches Foto anfertigen lassen – das schien ok.“ Doch wie so oft, sehe „die Praxis im echten Leben anders aus“, so der Vielreisende: „Egal, ob man ein- oder ausreist oder irgendwo anhält: Wir werden nun ständig, nonstop und bis zu 20 Mal fotografiert.“