Systemänderung gefordert
Großbritannien sorgt sich um den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit
In Großbritannien wächst eine verlorene Generation perspektivloser junger Leute heran, wenn die Gesellschaft sich nicht rasch verändert. Zu dieser alarmierenden Diagnose kommt ein im Regierungsauftrag erstellter Bericht des früheren Gesundheitsministers Alan Milburn.
Premierminister Keir Starmer und sein Minister für Arbeit und Pensionen, Pat McFadden, besuchen eine Ausbildungsstätte für Berufe im Baugewerbe Foto: Toby Melville/Pool/AFP
Mehr als eine Million junger Briten haben weder Ausbildungs- noch Arbeitsplatz, 60 Prozent aller jungen Leute hatten noch nie einen (Ferien-)Job, ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind erschreckend gering. „Wir brauchen eine Veränderung des gesamten Systems“, forderte der Autor am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Expertise in London.
Die Briten fassen die jungen Leute der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren, die weder einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz haben, keine Schule oder Uni besuchen, unter der Rubrik NEET zusammen: „not in education, employment or training“. Das sei ein hässlicher Begriff, sagte Milburn am Donnerstag, „aber vor allem hat er hässliche Konsequenzen – Hoffnungen zerstört, Selbstbewusstsein unterminiert, Möglichkeiten für die Zukunft verengt, ehe das Leben richtig begonnen hat“.