Gesundheit

Tourist nach Aufenthalt in Frankreich positiv auf Hantavirus getestet

Ein französisch-argentinischer Tourist hat sich mit der Anden-Variante des Hantavirus infiziert. Die französischen Behörden sehen derzeit keine Hinweise auf eine Ausbreitung, verfolgen den Reiseverlauf des Mannes jedoch genau.

Monate nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff wurde das Virus bei einem französisch-argentinischen Mann nachgewiesen

Monate nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff wurde das Virus bei einem französisch-argentinischen Mann nachgewiesen Symbolfoto: Nicolas Economou/Nurphoto via AFP

Mehrere Monate nach einem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff ist das Virus bei einem französisch-argentinischen Staatsbürger nachgewiesen worden, der sich im Juli als Tourist in Frankreich aufgehalten hatte. Nach dem Aufenthalt in Frankreich sei der Patient mit seiner Familie in Spanien isoliert worden, teilte das französische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Er habe nur leichte Symptome gezeigt und sei mittlerweile symptomfrei.

Behörden verfolgen Reiseroute nach

Das spanische Gesundheitsministerium bestätigte, dass es dem Mann „gut“ gehe und er sich in Galicien im Nordwesten des Landes in Isolierung befinde. Der Mann habe sich demnach wegen seiner Symptome in Frankreich bei den Gesundheitsdiensten gemeldet.

Es würden „alle Maßnahmen“ ergriffen, um die einzelnen Stationen seiner Reise nachzuverfolgen, teilte das französische Gesundheitsministerium mit. Zudem laufe derzeit die Abstimmung auf europäischer Ebene.

Experten beraten über weiteres Vorgehen

Den Angaben zufolge wurde bei dem Touristen die Anden-Variante des Virus nachgewiesen, die auch für den Ausbruch auf der „MV Hondius“ verantwortlich gewesen war. Es handelt sich um den einzigen Hantavirus-Stamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Den französischen Behörden zufolge gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass sich das Virus aktuell ausbreite.

Das Gesundheitsministerium in Paris berief für Donnerstagnachmittag eine Sitzung mit Experten ein, um über das weitere Vorgehen in dem Fall zu beraten.

Französin verlässt Intensivstation

Die französischen Behörden machten keine Angaben zu einer möglichen Verbindung des Falls mit dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ im Mai, in dessen Verlauf drei Menschen gestorben waren. Damals hatte es insgesamt 13 Infizierte gegeben, darunter eine Französin.

Die französische Staatsbürgerin wurde am Donnerstag nach fast drei Monaten aus der Intensivstation entlassen, wie das französische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Frau, die seit Mai im Bichat-Krankenhaus in Paris behandelt worden war, sei in ein Rehabilitationszentrum verlegt worden.

Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen, eine Impfung gibt es nicht. Üblicherweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere.

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