Streit nach Ceuta-Krise

Spanien führt Grenzkontrollen für Italien ein

Nach den italienischen Grenzkontrollen für Reisende aus Spanien reagiert Madrid mit eigenen Maßnahmen. Ab Samstag kontrolliert Spanien Flüge und Schiffe aus Italien.

Italien hatte nach der Migrationskrise in Ceuta Grenzkontrollen für Spanien eingeführt

Italien hatte nach der Migrationskrise in Ceuta Grenzkontrollen für Spanien eingeführt Foto: AFP/2026 PLANET LABS PBC

Spanien führt als Reaktion auf italienische Grenzkontrollen nun seinerseits Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein. Die Grenzkontrollen sollen um Mitternacht in der Nacht zum Samstag beginnen und bis zum 7. September laufen, teilte das spanische Innenministerium am Freitag mit. Italien hatte nach der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta Grenzkontrollen für Spanien eingeführt und damit einen Streit mit Madrid ausgelöst.

Die spanische Regierung hatte am Freitag bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Italien seine Grenzkontrollen nicht wieder aufheben. Aus ihrer Sicht sind die italienischen Grenzkontrollen „unfair, laufen den Interessen der EU zuwider und diskriminieren die spanische Bevölkerung“. Spanien und Italien haben keine Landgrenze.

Italien weist Forderungen aus Madrid zurück

Das Büro der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wies die Forderung aus Madrid umgehend zurück. Die Kontrollen würden erst wieder aufgehoben, „wenn sicher ist, dass es keine Sicherheits- oder Terrorismusrisiken für Italien gibt, es keine neue Welle gibt und keine irregulär eingereisten Migranten auf europäischen Boden kommen“.

Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, 80 Menschen kamen demnach ums Leben. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet, Menschenrechtsgruppen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus.

Die Menschenrechtsgruppe AMDH und eine Vereinigung in Europa ansässiger marokkanischer Organisationen sprachen am Freitag von mindestens 141 Toten.

Zahl der Toten wird vermutlich noch steigen

AMDH-Vertreter Achraf Mimoun sagte bei einer Pressekonferenz in der marokkanischen Hauptstadt Rabat, die Zahl der Toten werde vermutlich noch steigen. „Man kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht von endgültigen Zahlen sprechen.“ Die Organisationen berufen sich bei ihren Zahlen auf offizielle Angaben, Medienberichte und eigene Recherchen.

Wohl knapp 2000 Migranten befinden sich noch in Ceuta, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen.

2 Kommentare
Guy Mathey 08.08.202608:58 Uhr

Spaniens Reaktion ist durchaus verständlich, obschon sie eine weitere Eskalation darstellt. Dass die EU in diesem Kontext nicht gegen Italiens faschistische Regierung vorgeht, verdeutlicht den aktuellen Zustand dieser, sich ein einen beschleunigten Zersetzungsprozess befindlichen EU. Schlechte Aussichten für Frieden und Freiheit, sollte es nicht gelingen das Ruder zeitnah rumzureissen.

Manfred Reinertz Barriera 08.08.202607:55 Uhr

Spaniens Entscheidung, 500000 illegale Emigranten einfach zu normalisieren, ist nicht eben nach jedermanns Geschmack..........

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