50.000 Menschen
Sánchez: Migrantendrama in Ceuta ist „Angriff“ auf Spanien – 28 Tote
Fast 50.000 Migranten erreichen Ceuta in wenigen Tagen. Die Regierung in Madrid setzt deshalb in der Nordafrika-Exklave erstmals seit 2021 das Militär ein. Und kündigt weitere Maßnahmen an.
Pedro Sanchez am Grenzzaun Tarajal in Ceuta AFP
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Andrang Zehntausender Migranten auf die Nordafrika-Exklave Ceuta als „Angriff“ und „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagte er zudem den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu: „Ganz Spanien steht an eurer Seite. Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation.“
Korrespondentenbericht
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Viele Frauen und Kinder
Nach Angaben der Regierung, über die der staatliche Rundfunksender Radio Nacional berichtete, gelangten in den vergangenen Tagen fast 50.000 Migranten von Marokko aus irregulär in die Exklave. Die meisten von ihnen trafen laut Medien zwischen Mittwoch und Donnerstag überwiegend schwimmend ein. Viele seien aber auch über die Grenzzäune geklettert. Unter den Ankömmlingen sind viele Frauen, Minderjährige und Kinder. Mindestens 28 Menschen kamen nach jüngsten amtlichen Angaben im Meer ums Leben.

Menschen an der marokkanisch-spanischen Grenze am Freitag AFP
Der beispiellose Andrang hatte am Donnerstag eine schwere Krise ausgelöst. Die spanische Regierung setzt in Ceuta erstmals seit dem Massenzustrom von Mai 2021 wieder das Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. Beim Besuch der Exklave kündigte Sánchez am Freitag weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an.
Sánchez kündigt konkrete Maßnahmen an
So sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine „physische Sperre“ zu schaffen. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. „Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt“, sagte der Regierungschef, und hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor.
Zwar kamen bis Freitagmorgen weitere Menschen über die Grenze, zugleich kehrten aber viele nach Marokko zurück. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders RTVE entspannte sich die Lage dadurch etwas.