Korrespondentenbericht
Migrationsdrama in Ceuta: Setzt Marokko Spanien absichtlich unter Druck?
In der spanischen Enklave Ceuta ist es in den vergangenen Stunden zu dramatischen Szenen gekommen. Inoffiziellen Schätzungen zufolge sollen mehrere zehntausend Migranten die EU-Grenze überschritten haben.
Migranten am Donnerstag vor der spanischen Exklave Ceuta Foto: AFP
„Marokko nein! Marokko nein, bitte!“ Immer wieder rufen junge Männer diesen Satz den spanischen Grenzpolizisten entgegen, kaum dass sie erschöpft den Strand von El Tarajal erreichen. Viele haben sich stundenlang mit Schwimmringen von der marokkanischen Küste durch das Meer nach Ceuta gekämpft. Jetzt fürchten sie nur noch eines: sofort wieder zurückgeschickt zu werden.
An dem zu Spanien gehörenden Strand El Tarajal liegen am Freitag Hunderte zurückgelassene Schwimmreifen, Taucherflossen und Neoprenanzüge im Sand. Immer wieder tauchen neue Menschen aus dem Meer auf. Etliche brechen vor Erschöpfung zusammen. Einige sinken auf die Knie und küssen den Boden.