Analyse
Migration und Öl: Wie die Türkei die Europäer in Libyen doppelt unter Druck setzt
Beinahe zehn Jahre tobt in Libyen ein blutiger Bürgerkrieg. Milizen kontrollieren die Küste. In den Flüchtlingslagern herrschen menschenunwürdige Zustände. In der Instabilität des rohstoffreichen Wüstenstaates sind afrikanische Migranten erst zur Ware geworden, mit der sich viel Geld verdienen lässt. Nun drohen die Migranten und Flüchtlinge zum politischen Druckmittel auf die Europäische Union zu werden.
Nach dem Rückschlag in Tripolis mussten sich General Haftars Streitkräfte wieder in den Osten zurückziehen Foto: AFP
Die Türkei hat sich in Libyen die vergangenen Jahre über militärisch in eine Machtposition gebracht, ihren Einfluss in dem Konflikt geduldig ausgebaut, der vom Bürgerkrieg zum Stellvertreterkrieg wurde und sich zum regionalen Konflikt auszuwachsen droht. „Strategisch äußerst geschickt“, sagt Politik- und Sicherheitsexperte Wolfgang Pusztai gegenüber dem Tageblatt.