Südfrankreich

Lehrerin nach Messerattacke von Schüler lebensgefährlich verletzt

Mitten im Unterricht sticht ein 14-Jähriger auf seine Lehrerin ein. Frankreichs Schulen stehen erneut unter Schock – was steckt hinter der Welle von Messerangriffen?

Menschen versammeln sich vor dem Gymnasium La Guicharde nach schwerer Gewalttat auf Lehrerin

Menschen stehen vor dem Eingang des Gymnasiums La Guicharde, nachdem ein Schüler eine Lehrerin niedergestochen und lebensgefährlich verletzt hat Foto: Miguel Medina/AFP/dpa

Ein Schüler hat eine Lehrerin im südfranzösischen Sanary-sur-Mer im Klassenraum niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Der 14-Jährige habe der Lehrerin drei bis vier Messerstiche verpasst und sie am Oberkörper verletzt, sagte der Staatsanwalt von Toulon, Raphaël Balland. Der Angreifer sei von Personal auf dem Schulhof festgehalten und von der alarmierten Polizei festgenommen worden. Gegen ihn werde wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt.

Bislang gebe es keinerlei Hinweise auf ein religiöses oder politisches Motiv, sagte der Staatsanwalt. Bekannt sei nur, dass es in letzter Zeit Spannungen mit der Lehrerin gegeben und der Schüler ihr offenbar übelgenommen habe, dass sie ihn gemeldet habe. Der Jugendliche sei bisher nicht bei der Justiz bekannt und auch nicht durch Gewalt aufgefallen. Es habe aber offenbar Spannungen in der Familie gegeben. In dem Klassenraum hielten sich zum Zeitpunkt des Angriffs 22 Schülerinnen und Schüler auf. Es gab keine weiteren Verletzten.

Auf Drohungen folgen Messerstiche

Frankreichs Bildungsminister Éduard Geffray kündigte an, sich sofort zum Tatort zu begeben und wie auch Innenminister Laurent Nuñez sprach er den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Wie der Sender RTL berichtete, handelte es sich bei der niedergestochenen Pädagogin um eine 60-jährige Kunstlehrerin. Sie sei nach der Attacke des Neuntklässlers mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus gekommen. Der 14-Jährige habe seine Lehrerin zunächst bedroht, bevor er ihr zwei Messerstiche in den Bauch und einen in den Arm versetzt habe, berichtete die Zeitung „Le Parisien“.

Frankreich setzt auf Taschenkontrolle am Schuleingang

Nach einer Häufung von Messerattacken an und um Schulen hatte Frankreich vor rund einem Jahr mit Taschenkontrollen am Zugang zu Schulen begonnen. Zu den Opfern der Messergewalt gehören andere Schüler, Lehrer und Schulbeschäftigte.

Im September hatte ein 14-Jähriger im Elsass seine Musiklehrerin mit einem Stich ins Gesicht verletzt. Im Juni erstach ein Schüler in Ostfrankreich eine Schulbeschäftigte bei einer Taschenkontrolle. Im April erstach ein 15-Jähriger in Nantes eine Mitschülerin und verletzte drei weitere Schüler. Selbst ein Gymnasiallehrer griff in Südfrankreich im September zum Messer und verpasste einem Kollegen im Lehrerzimmer einen Stich.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren