Deutschland

Mega-Batterieparks in Eifel und Hunsrück geplant: Diese Projekte setzen Maßstäbe

Ein bei Wittlich genehmigtes Batteriespeicherwerk zählt zu den leistungsstärksten Europas. In der Eifel soll nun noch etwas viel Größeres entstehen. Was bringen die Parks?

3D-Visualisierung des geplanten Batteriespeicherwerks Wittlich-Wengerohr neben Umspannwerk auf 6 Hektar Fläche

Eine 3D-Visualisierung des geplanten Batteriespeicherwerks in Wittlich-Wengerohr nahe des Umspannwerks. Die Anlage soll eine Fläche von sechs Hektar (170 x 310 Meter) in Anspruch nehmen Foto: Grafik/Eco Stor

Die Energiewende nimmt in der Region Trier weiter an Fahrt auf: Geplant sind gleich mehrere riesige Batterie-Speicherkraftwerke, die teils noch mehr elektrische Energie zwischenlagern können als das einst von den Trierer Stadtwerken geplante Pumpspeicherkraftwerk „Rio“ bei Mehring. Dieses sollte mit zwei großen Staubecken ein Meilenstein für die regionale Energieversorgung werden. Seit Jahren liegt das Projekt auf Eis. Auch wegen der immensen Kosten, die die Milliardengrenze sprengen könnten.

Billig sind Batteriegroßspeicher nun auch nicht unbedingt. Rund 250 Millionen Euro kostet einer der größten Parks Europas, der bei Wittlich-Wengerohr gebaut werden darf – und der (genau wie das einst vorgesehene Pumpspeicherwerk) über mehr als 300 Megawatt Leistung verfügen soll. Aktuell gibt es weltweit nur sehr wenige Anlagen, die größer sind. Doch damit nicht genug der Superlative.

Niederstedem mit mehr Leistung als Wittlich

Wie ein Telefonat mit Maximilian Goess von der Firma Return ergibt, ist am Umspannwerk bei Niederstedem im Eifelkreis Bitburg-Prüm ein noch viel größerer Batteriepark geplant, der über 500 Megawatt Leistung und 2.000 Megawattstunden Kapazität verfügen soll. Rund 200.000 Haushalte könne man darüber stundenlang mit Strom versorgen. Da die Anlage frühestens 2028 oder 2029 gebaut wird und die Preise in Bewegung seien, will Return sich noch nicht zu den Kosten äußern.

Bereits am Netz ist ein rund 20 Millionen Euro teurer und besonders innovativer Speicherpark, den die Firma Schoenergie im Industriepark Region Trier bei Föhren gebaut hat. Er zählt zu den ersten Systemen dieser Art im Verteilnetz von Kontinentaleuropa. Bis zu zwölf Stunden lang wäre die neue Anlage in der Lage, das Mittelspannungsnetz unabhängig zu versorgen. Damit übernimmt sie im Rahmen eines Pilotprojekts die Rolle, die aktuell noch großen Kraftwerken zugedacht ist. Darüber hinaus ist der Speicherpark in der Lage, das in der Nähe liegende Umspannwerk nach einem Blackout wieder hochzufahren.

In der Morbacher Energielandschaft soll nach Auskunft von Bürgermeister Arianit Besiri ein Batteriegroßspeicher mit einer Leistung von 30 Megawatt entstehen. Auch in den Eifelorten Arzfeld und Großlittgen sind Parks geplant.

Welche Vorteile haben Batteriegroßspeicher?

Solche Anlagen gelten als wichtiger Baustein der Energiewende. Sie stabilisieren das Stromnetz, da sie als Puffer dienen. „Damit könnten fossile Kraftwerke perspektivisch ersetzt und teurer Netzausbau reduziert werden“, betonte Schoenergie bei der Einweihung des Föhrener Parks.

Return hebt einen weiteren Vorteil hervor: Statt Windkraftanlagen oder Solarparks bei einem Überangebot abschalten zu müssen, könne man die Energie speichern. Wenn der Wind weht und die Sonne scheint, lagern die Parks Strom ein, den sie dann wieder abgeben, wenn der Bedarf da ist. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis lässt sich nach Auskunft von Christian Synwoldt von der Energieagentur Rheinland-Pfalz aktuell noch kein Geld mit der reinen Zwischenspeicherung von Energie verdienen. Das müsse zunächst – wenn der politische Wille dazu denn da ist – über den Strompreis geregelt werden.

Aktuell würden die Speicherparks auf zwei Weisen wirtschaftlich genutzt: indem sie sich am Geschäft der Strombörse beteiligen und indem sie „Regelleistung“ bereitstellen, die kurzfristige Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleicht und die Netze stabilisiert. „Das können sie sogar besser als Kraftwerke“, sagt Synwoldt.

Welche Risiken bergen Batteriespeicherkraftwerke?

Ein verheerender Brand im weltgrößten Batteriespeicherwerk „Moss Landing“ im US-Bundesstaat Kalifornien hat den Blick auf Risiken geschärft, die mit dem Bau von Energiespeicherparks einhergehen. In Wittlich spielte Brandschutz bei der Planung daher eine wichtige Rolle. So sollen die Batteriecontainer extern überwacht, bei Alarm automatisch abgeschaltet und im Brandfall auch gekühlt werden. Löschwasser ist direkt vor Ort.

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