Mehrere Tote in vergangenen Tagen
Lawinengefahr bleibt in vielen europäischen Wintersportregionen hoch
Mehr als 30 Lawinen-Einsätze allein in Tirol, Tote in mehreren Ländern: Warum die Warnstufe vielerorts erhöht wurde und Wintersportler besonders vorsichtig sein müssen.
Derzeit gilt in vielen europäischen Skigebieten Lawinengefahr Foto: Angelika Warmuth/dpa
Nach anhaltenden Schneefällen bleibt die Lawinengefahr in den Alpen hoch. In Österreich, Norditalien und der Schweiz sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen.
Wie der Lawinenwarndienst Bayern mitteilte, herrscht oberhalb von 1.600 Metern vor allem in den Allgäuer und Werdenfelser Alpen große Lawinengefahr, was der Warnstufe vier von fünf entspricht. Unterhalb dieser Höhe gilt vielerorts erhebliche Gefahr (Warnstufe drei). Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen.
Angesichts üppiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen europäischen Wintersportregionen derzeit hoch. In den vergangenen Tagen meldeten die Behörden immer wieder Tote durch schwere Lawinenabgänge.
Zahl der Opfer in Österreich gestiegen
In Österreich stieg die Zahl der Lawinentoten auf fünf. In St. Anton am Arlberg konnten zwei Menschen nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Von den drei zunächst verletzt geborgenen Personen sei am Abend eine im Krankenhaus gestorben.
In Klösterle im Bundesland Vorarlberg kam ein 39-jähriger Schweizer ums Leben, als er zusammen mit einem 47-jährigen Deutschen auf Snowboards einen 40 Grad steilen Hang hinabfuhr. Dabei löste der 39-Jährige ein Schneebrett aus, wurde etwa 250 Meter mitgerissen und vollständig verschüttet. Sein Begleiter blieb unverletzt.
Zuvor war im Tiroler Skigebiet Nauders ein 42-jähriger deutscher Skifahrer abseits der Piste von einer Lawine erfasst und getötet worden. Sein 16-jähriger Sohn habe schwer verletzt überlebt, teilte die Polizei mit. Das Duo wollte einen Nordhang queren, als sich ein rund 400 Meter breites Schneebrett löste und beide Wintersportler etwa 200 bis 300 Meter mitriss. Die Opfer stammen aus dem thüringischen Landkreis Eichsfeld.
200 Lawinen-Einsätze in sieben Tagen
In Tirol waren zuletzt bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen. Die Lawinenlage ist brisant. Allein am Freitag zählten die Behörden mehr als 30 Lawinen-Einsätze im Bundesland. Insgesamt waren es in den vergangenen sieben Tagen 200.
Bei einem Lawinenunglück im Schweizer Kanton Graubünden ist ein Schlossherr aus Dortmund ums Leben gekommen. Das bestätigte die Kantonspolizei. Der 49-Jährige war am Dienstag zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn von einer Lawine außerhalb der markierten Piste mitgerissen worden. Während der Vater nur noch tot geborgen wurde, konnten die Retter den Sohn aus den Schneemassen befreien.
Ein Deutscher ist auch in Norditalien bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. Der 54-Jährige war nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstagnachmittag mit einer Gruppe weiterer Deutscher auf einer Skitour auf 2.550 Metern Höhe in der Nähe der Gemeinde Saint-Nicolas im Aostatal an der Grenze zu Frankreich unterwegs, als es zu dem Unglück kam.