Äthiopien
Ein Mord, viele Tote und Streit um den Nil – ein Hort der Hoffnung wird Ort der Spannung
Erst kam der Mord am Sänger Hachalu Hundessa, dann folgten die Proteste der Oromo, die Sicherheitskräfte gingen brutal dazwischen. Eine Woche später sind mehr als 160 Menschen tot, mehr als tausend wurden verhaftet – und Äthiopien hängt weiter im Spannungsfeld seiner Volksgruppen. Doch dieses Mal treten die Risse auf, während der geopolitische Streit mit Ägypten um das Wasser des Nil eskaliert.
Ein Bild aus besseren Tagen: Im Januar 2019 wurde Abiy von Kommissionspräsident Juncker empfangen, zwei Wochen später besuchte Asselborn den äthiopischen Hoffnungsträger Foto: AFP/Emmanuel Dunand
Das mit seinen mehr als 100 Millionen Einwohnern zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas punktete zuletzt in seiner Außenwirkung. Abiy Ahmed übernahm das Amt des Ministerpräsidenten im April 2018 als Hoffnungsträger. Kaum im Amt ließ Abiy politische Gefangene frei und beschnitt die Macht des Militärs. Ethnische Spannungen sollten der Vergangenheit angehören. Im Sommer desselben Jahres schloss Äthiopien einen Friedensvertrag mit Eritrea. Die Welt dankte es Abiy 2019 mit dem Friedensnobelpreis.