Laut Frontex

60 Prozent weniger irreguläre Migranten im Januar

Wohl hauptsächlich bedingt durch das Winterwetter ist die Gesamtzahl der irregulären Einreisen in die Europäische Union im Januar um 60 Prozent zurückgegangen, erklärt die europäische Grenzschutzagentur Frontex in einem jüngst veröffentlichten Bericht.

Rettungsschiff Ocean Viking bringt gerettete Männer aus Bangladesch über das Mittelmeer nach Italien, zentrale Mittelmeerroute Migration

Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ bringt diese Männer aus Bangladesch, die zuvor auf dem Mittelmeer gerettet wurden, nach Italien Foto: AFP/Sameer Al-Doumy

Winterstürme und die raue See hätten wohl dazu beigetragen, dass seit Beginn des Jahres weitaus weniger Ankünfte irregulärer Migranten auf den Hauptflüchtlingsrouten nach Europa registriert worden seien, heißt es im Frontex-Bericht. Ersten Zahlen vom Januar zufolge seien an den EU-Außengrenzen rund 5.500 irreguläre Grenzübertritte festgestellt worden und demnach rund 60 Prozent weniger als noch im Januar 2025.

Doch weder die klimatischen Bedingungen noch das durch Wind und niedrige Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt gestiegene Risiko für Leib und Leben hielt die Menschenschmuggler davon ab, ihre Überfahrten durchzuführen. Das Resultat: Mehr als 450 Menschen haben laut der Internationalen Migrationsorganisation (IOM) dabei im Mittelmeer ihr Leben verloren. Damit habe sich die Zahl der Toten auf den Mittelmeerrouten im Vergleich zum Januar 2025 mehr als verdreifacht, so Frontex. Ob auch Menschen auf ihrem Weg über den Ärmelkanal ums Leben kamen macht die Grenzschutzagentur keine Angaben.

Den größten Rückgang an Ankünften verzeichnete Frontex auf der westafrikanischen Route zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln: Mit 1.010 irregulären Migranten bedeutet dies ein Rückgang um 79 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch für diese Route, die gefährlichste nach Europa, legte Frontex keine Zahlen über eventuelle Tote vor.

Um 57 Prozent gestiegen hingegen ist die Zahl der irregulären Grenzübertritte auf der westlichen Mittelmeerroute zwischen Marokko und Algerien jenseits und Spanien diesseits des Mittelmeeres. Diese Route wird, wie Frontex in vorherigen Bericht bereits erwähnt hat, zunehmend als Ausweichroute genutzt. Denn im zentralen Mittelmeer gingen die Überfahrten von Libyen und Tunesien aus um 67 Prozent zurück. Mit 1.166 Migranten erreicht fast ebenso viele über diesen Weg die EU als im westlichen Mittelmeer, wo 1.183 an der Küste Spaniens ankamen.

Rückgang auch auf Landrouten

Im östlichen Mittelmeer, zwischen der Türkei und Griechenland, halbierte sich die Zahl der ankommenden irregulären Migranten auf 1.857 im Vergleich zum Januar 2025.

Doch auch auf den Landrouten gingen die irregulären Grenzübertritte deutlich zurück, auch wenn diese, in Zahlen ausgedrückt, um ein Mehrfaches geringer sind als auf den Seerouten. Auf der Westbalkan-Route sowie über die östliche Landgrenze – hauptsächlich zwischen Belarus und Polen – kamen jeweils 74 Prozent weniger irreguläre Migranten in die EU als im Vorjahreszeitraum.

Auffallend ist, dass unter den am häufigsten genannten Herkunftsländern der Migranten, die auf den verschiedenen Routen erfasst werden, Syrien nicht mehr dabei ist. Dies will allerdings nicht bedeuten, dass Menschen aus Syrien nicht mehr versuchen, in die EU zu gelangen. Erwähnenswert ist zudem, dass unter den Herkunftsländern der Migranten, die über den Ärmelkanal die EU in Richtung Großbritannien verlassen haben, als Erstes Kuwait genannt wird, neben Eritrea und Indien. Im Januar durchquerten 2.281 Menschen die Meerenge zur britischen Insel, neun Prozent weniger als im Januar vorigen Jahres.

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