Zwölf Jahre nach dem Dopingskandal um den spanischen Gynäkologen Eufemiano Fuentes kennt die Welt-Antidoping-Agentur Namen von sieben Sportlern, die Kunden des Blutpanschers waren. Auch Frank Schleck war in den Dopingfall verwickelt.

Wie die Welt-Antidoping-Agentur WADA gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte, habe man aufgrund von DNA-Vergleichen sieben Sportler identifiziert, die in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt waren. Die WADA ist im Besitz von Blutproben, die 2006 bei Fuentes sichergestellt wurden. Wie der Chefermittler der WADA, Günter Younger, erklärte, seien vier der Sportler noch immer aktiv, drei hätten ihre Karriere bereits beendet. Namen nannte er allerdings nicht. Da die Vergehen verjährt sind, ist noch nicht sicher, ob die Namen jemals veröffentlicht werden.

Frank Schleck und sein Trainingsplan

Man sei dabei, dies mit Datenschutzexperten zu prüfen. Insgesamt hat die WADA aus den Proben bereits 35 DNA-Profile erstellen können. Nun müsse man versuchen, diese Profile den jeweiligen Sportlern zuzuordnen. Dazu greift man auf Proben zurück, die in WADA-akkreditierten Labors gelagert sind.

Auch Frank Schleck war in den Fuentes-Fall verwickelt, da er dem Gynäkologen 7.000 Euro für einen Trainingsplan überwiesen hatte. Von der luxemburgischen Anti-Doping-Agentur (ALAD) wurde der Luxemburger aus Mangel an Beweisen freigesprochen. In der Tageblatt-Ausgabe vom vergangenen Dienstag hatten einige Akteure, wie der geständige Fuentes-Kunde Jörg Jaksche, ihre Zweifel an der Trainingsplan-Theorie geäußert. Der ehemalige niederländische Radprofi Thomas Dekker, der bei Fuentes unter dem Codenamen “Clasicomano Luigi” geführt wurde, erklärte auf Twitter, dass kein Sportler den spanischen Arzt für einen Trainingsplan aufsuchte.

Weder Frank Schleck noch die ALAD wollten sich gegenüber dem Tageblatt zu den Geschehnissen von 2008 äußern. Sollten die Namen aufgrund datenschutzrechtlicher Gründe nicht an die Öffentlichkeit gelangen können, so will die WADA in dem Fall prüfen lassen, ob man die Informationen nicht wenigstens an die internationalen Verbände weitergeben kann.

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5 Kommentare

  1. Bin dann mal gespannt, was jetzt passiert . Das ist doch die Gelegenheit um endlich entschieden ein- und durchzugreifen. Oder wird wieder ein Schleier des Schweigens über diese endlose Geschichte verhängt ? Dann definitiv adieu Glaubwürdigkeit!

  2. Verschiedene Sportarten sind einfach brutal, vor allem der Radsport. Will man mit der „Elite“ mithalten muss man auf bestimmte Mittelchen zurückgreifen. Das war schon zu Zeiten von Bim und Charly so. Alles andere ist Heuchelei. Wenn einem das nicht passt sollte man die Tour einfach nicht verfolgen. Es geht um Geld, wie im Fußball, Tennis, Boxen. Wenn Geld zur Hauptsache wird ist es mit der Ethik vorbei. Also schaut der Tour de France weiter zu und sagt euch, die besten „Betreuten“ werden vorne mitfahren.

  3. Jan Ulrich, nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen, sagte mal ganz richtig: Ich habe niemand betrogen.

    Dieser ehrliche Satz eines Insiders sagt eigentlich alles.

    ( Einzig und allein niemals gedopt haben einige Luxemburger Fahrer.)

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