EM-Kolumne „Extrawurst“ET, der Außerirdische

EM-Kolumne „Extrawurst“ / ET, der Außerirdische
 Foto: AFP/Angelos Tzortzinis / Montage: Editpress

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Cody Gakpo (NL), Georges Mikautadze (GEO), Jamal Musiala (D) und Ivan Schranz (SVK) standen vor dem Halbfinale der EM am Dienstag mit jeweils drei Toren ganz oben in der Torjägerliste. Trotzdem sind sie nicht die strahlenden Spitzenreiter. Denn da gibt es jemanden, der einfach alle übertrifft: ET taucht bisher am häufigsten in der Torliste dieser Europameisterschaft auf – und damit ist nicht der Außerirdische mit den leuchtenden Fingern aus dem Film gemeint. Nein, ET steht viel mehr für „Eigentor“. Diese haben das Turnier nämlich fest im Griff.

Schon nach der Gruppenphase hatte ET stolze siebenmal getroffen. Mittlerweile steht er sogar bei sagenhaften zehn Toren. Man könnte fast denken, die Verteidiger hätten heimlich zum Stürmer umgeschult. Sie haben nicht nur das Verteidigen, sondern auch das Zielen perfektioniert – nur eben in die falsche Richtung. 

Der bisherige EM-Rekord liegt bei elf Eigentoren, dieser wurde im Jahr 2021 aufgestellt. Davor lag die Bestmarke gerade mal bei drei. Mit noch ein paar Spielen vor uns könnte diese unrühmliche Bestmarke also tatsächlich noch eingeholt werden. Die deutsche Fußball-Legende Lothar Matthäus versuchte nach dem Viertelfinale zwischen Holland und der Türkei, in dem der Siegtreffer ein klassischer ET war, bei MagentaTV eine Erklärung für die vielen Eigentore zu finden. Mit philosophischer Tiefe analysierte er: „Man weiß es, man übt es vielleicht sogar, dass die Bälle dahinkommen, weil der Verteidiger – der Stürmer hat’s auch einfach, er läuft einfach – der Verteidiger muss dagegen im Rückwärtslaufen den Ball im Endeffekt wegklären vom Tor. Deswegen sind das die Bälle, die ganz schwer zu verteidigen sind.“

Die meisten Eigentore hat die Türkei erzielt (2), während die Franzosen die größten Profiteure sind. Vor dem Halbfinale gewannen „Les Bleus“ in der Gruppenphase gegen Österreich und im Achtelfinale gegen Belgien durch ETs. Vielleicht lag es tatsächlich an den für die Verteidiger gefährlichen Bällen, die in den Strafraum vors Tor gespielt werden. Oder ET, der Außerirdische hat doch seine Finger im Spiel.