Fechten
Auch Giannotte verpasst Olympiaticket
Beim Olympia-Qualifikationsturnier in Madrid (ESP) kämpften am Wochenende 26 Herren, darunter der luxemburgische Degenspezialist Flavio Giannotte, um ein letztes Ticket für Tokio 2020. Nach überstandener Gruppenphase schied Giannotte jedoch in der ersten Runde der Direktausscheidung aus.
Flavio Giannotte beklagte, dass ihm während der Vorbereitung starke Trainingspartner fehlten Foto: Jeff Lahr/Tageblatt-Archiv
Am Sonntag versuchte Flavio Giannotte, Vereinskollege beim Cercle d’Escrime Sud von Lis Fautsch, sich den Traum einer Olympiateilnahme zu verwirklichen. Ab 9.00 Uhr standen, wie bei den Damen, zunächst fünf Gruppengefechte auf dem Programm. Der luxemburgische Serienmeister erlebte einen denkbar schlechten Start und verlor seine drei ersten Duelle gegen Dzianis Paulouski (UKR), Jakov Sola (CRO) und Mario Persu (ROM) mit 4:5. Damit stand der 25-Jährige mit dem Rücken zur Wand und musste die beiden letzten Gefechte zu seinen Gunsten entscheiden.
Flavio Giannotte fuhr seinen ersten Sieg (5:4) dann ausgerechnet gegen den Spanier Yulen Pereira ein, der in der Weltrangliste auf Position 24 geführt wird. „Bei einem Turnier mit einer solchen Leistungsdichte kommt es auf jedes Detail an. Mit drei knappen Niederlagen hat es für mich denkbar schlecht begonnen. Am Morgen war ich extrem gestresst und habe mich selbst stark unter Druck gesetzt. Erst mit meinem Sieg gegen Pereira, einen der Favoriten, bin ich aufgewacht und ins Turnier reingekommen. Anschließend gelang es mir, den Malteser Leonid Reznikovich mit 5:1 zu besiegen. Als Elfter traf ich dann in der Direktausscheidung erneut auf den Rumänen Mario Persu, gegen den ich in der Vorrunde verloren hatte. Nach einer guten Leistung konnte ich mich mit 15:10 für das Achtelfinale qualifizieren. Mit Jacub Jurka wartete dort ein harter Brocken auf mich. Bei der ehrenhaften 12:15-Niederlage kann ich mir nichts vorwerfen. Der Tscheche war am Sonntag einfach zu stark, nicht nur für mich, wie sein späterer Turniersieg beweist. Keinem anderen Gegner musste er mehr als zwölf Treffer zugestehen“, erklärte der dennoch enttäuschte Flavio Giannotte seinen weiteren Turnierverlauf.
„Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich nicht in Tokio dabei sein kann. Bei einem solchen Turnier, wo lediglich ein Ticket für Olympia vergeben wird, fährt nur der Sieger zufrieden nach Hause. Was mir in der Vorbereitung einfach gefehlt hat, waren starke Trainingspartner“, gab der Linkshänder, dessen Fokus sich jetzt auf die Spiele 2024 in Paris richtet, abschließend zu verstehen.