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Schnelltests im Fußball: Katastrophale Kommunikation

Schnelltests im Fußball: Katastrophale Kommunikation

Foto: Editpress/Wildson Alves

Der Fußball hat ein klassisches Eigentor geschossen. Besser gesagt der nationale Ligaverband LFL. Als die Differdinger Gemeindeverantwortlichen in den vergangenen Tagen die verschiedenen Presseberichte zum Thema Schnelltests lasen, dachten sie wohl, sie wären im falschen Film. Die LFL kommunizierte – wie man es von ihr gewohnt ist – nur über Umwege. Aber die Message war klar: Der Verbund der BGL-Ligue-Vereine will zum jetzigen Zeitpunkt nicht bei den Schnelltests mitmachen. In Differdingen reagierte man sofort und verbot den einheimischen Vereinen Progrès Niederkorn und Déifferdeng 03 die Nutzung der Fußballinfrastruktur, wenn nicht getestet würde. Die Lawine kam ins Rollen und schlussendlich musste der nationale Fußballverband FLF auf öffentlichen Druck hin den gesamten Spieltag absagen.

Es liegt auf der Hand, dass das Konzept des Sportministeriums nicht ausgefeilt ist und die Vereine vor sehr hohe Herausforderungen stellt. Es ist auch klar, dass es für Fußballklubs – trotz ihrer Finanzstärke – logistisch schwieriger ist, eine Mannschaft von über 20 Spielern zu testen, als dies für andere Sportarten der Fall ist. Die LFL und ihre Präsidentin Karine Reuter zogen es jedoch vor, das Sportministerium öffentlich zu kritisieren und eine sture Haltung einzunehmen. In der aktuellen Situation wäre es aber angebracht gewesen, zumindest guten Willen zu zeigen und die Schnelltests nicht von vornherein auszuschließen. Diese katastrophale Kommunikation hat schließlich zur Absage eines gesamten Spieltags geführt und die Vereine noch stärker unter terminlichen Druck gesetzt.

Es ist ein Exempel für die anderen Ballsportarten, die in den nächsten Wochen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben werden. Der Handballverband hat für zwei Wochen einen professionellen Partner für die Schnelltests an Land gezogen und übernimmt die Kosten. Was danach passieren wird, steht jedoch in den Sternen, denn die logistischen und finanziellen Anforderungen sind nicht von der Hand zu weisen. Ohne Unterstützung der Verbände und des Sportministeriums werden die meisten Klubs wohl an dieser Aufgabe scheitern.

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