Editorial

Drogenkriminalität repressiv bekämpfen ist zwecklos

Drogenkriminalität repressiv bekämpfen ist zwecklos

Foto: Editpress/Isabella Finzi

In der Diskussion um die Sicherheit im hauptstädtischen Bahnhofsviertel liegt die Vermutung nahe, dass der Philosoph Norbert Campagna mit seiner Behauptung, der Einsatz privater Sicherheitsleute sei ein „Medienstunt“, recht hat. Laut Bürgermeisterin Lydie Polfer musste die Polizei zugeben, dass Festnahmen von Kleinkriminellen nicht viel nützen, weil es selten zu Strafverfolgungen durch die Staatsanwaltschaft, geschweige denn zu Verurteilungen kommt. Wenn die Polizei den Kleinganoven nichts anhaben kann, was sollen dann die Privaten ausrichten, die noch weniger Befugnisse haben? Die Dealer werden sich kaum von den Privatsheriffs einschüchtern lassen, allerhöchstens ihren Standort wechseln. Die Maßnahme wird vielleicht das subjektive Sicherheitsgefühl der Anwohner stärken, die Wurzel des Übels aber bestehen bleiben.

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