Editorial
Zu oft gehört: Über eine unangebrachte Hasstirade gegen Frauenfußball
Die USA und Australien haben im Frauenfußball schon einiges erreicht, müssen aber noch immer gegen klassische Stereotypen ankämpfen Foto: AFP/Patrick T. Fallon
„Ich würde mir lieber einen Nagel in die Spitze meines Penis hauen, als mir das anzusehen.“ Raten Sie mal, in welchem Zusammenhang der australische Radio-Moderator Marty Sheargold diesen Satz fallen gelassen hat? Es ging tatsächlich um Frauenfußball – um genauer zu sein, ein Turnier in den USA, bei dem die australische Nationalmannschaft am Ende sieglos auf dem letzten Platz landete. Nach den ersten beiden Niederlagen gegen Japan und die USA holte Sheargold in seiner Radio-Sendung weit aus, und der oben genannte Satz war dabei nur ein kleiner Teil einer ganzen sexistischen Hasstirade. „Wissen Sie, woran sie mich erinnern? An Mädchen der zehnten Klasse. All die Streitereien und die Freundschaftsprobleme. Der Trainer hasst mich und ich hasse das verdammte Training und Michelle ist eine b…ch“, ging es weiter, um schließlich zu fragen, ob es denn keinen Männersport gebe, über den man reden könne.