Home-Office
Sozialversicherung und Steuern: Luxemburg verlängert Ausnahmeregelungen mit Nachbarländern
Die Luxemburger Regierung hat mit ihren Nachbarländern eine Verlängerung der Ausnahmeregelung zur Sozialversicherung getroffen. Home-Office-Arbeiter müssen die Beiträge eigentlich ab einem gewissen Zeitpunkt in ihrem jeweiligen Heimatland begleichen. Bis zum 31. Dezember gilt jedoch der Corona-bedingte Sonderfall.
Symbolfoto: dpa/Sebastian Gollnow
Grenzgänger aus Belgien, Deutschland und Frankreich müssen in ihrem eigenen Land bis zum 31. Dezember keine Sozialversicherung bezahlen, wenn sie im Home-Office arbeiten. Das schreibt die luxemburgische Regierung in einer Pressemitteilung. Normalerweise gibt es einen Schwellenwert von 25 Prozent – wer mehr als diese Arbeitszeit in seinem Home-Office im Ausland verbringt, muss dort auch Sozialversicherungsbeiträge bezahlen.
Bereits im Juli hat die Luxemburger Regierung mit den Nachbarländern wegen der Corona-Krise eine Ausnahme von dieser Regel ausgehandelt. Diese wurde jetzt bis Ende des Jahres verlängert. „Konkret bedeutet dies, dass ein Grenzgänger, der seine Arbeit von zu Hause aus verrichtet, bis Ende 2020 weiterhin an das luxemburgische Sozialversicherungssystem angeschlossen bleibt“, heißt es in der Pressemitteilung der Regierung.
Steuerausnahme für Nachbarländer gilt ebenfalls
Ebenfalls am Dienstagabend erklärte die Regierung, dass die Ausnahmeregelung für die steuerliche Behandlung von Home-Office-Arbeitern mit Frankreich bis 31. August verlängert wurde. Das heißt: Grenzgänger aus Frankreich können auch weiterhin von zu Hause aus arbeiten, ihr Lohn wird aber in Luxemburger versteuert. Normalerweise können Menschen aus Frankreich maximal 29 Tage im Home-Office arbeiten, ohne dass ihre Steuern dort fällig werden.
Bereits am Montagabend erklärte das Finanzministerium, ein ähnliches Abkommen mit Belgien getroffen zu haben – belgische Grenzgänger können ebenfalls bis Jahresende im Home-Office arbeiten, ohne dort ihr Gehalt versteuern zu müssen. Das Abkommen mit Deutschland wird jeden Monat „stillschweigend“ verlängert, solange es nicht explizit aufgekündigt wird, heißt es in der Pressemitteilung von Dienstagabend. „Auf diese Weise wird den belgischen, französischen und deutschen Grenzpendlern sowie ihren Arbeitgebern die notwendige Vorhersehbarkeit in den kommenden Monaten gewährleistet“, sagt Finanzminister Pierre Gramegna (DP).