Europäische Testwoche„Santé“ meldet drastischen Anstieg der HIV-Patienten in Luxemburg

Europäische Testwoche / „Santé“ meldet drastischen Anstieg der HIV-Patienten in Luxemburg
Die rote Schleife gilt weltweit als Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken Foto: imago/Xinhua

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Im Rahmen des zehnjährigen Bestehens der Europäischen Testwoche erinnert das Gesundheitsministerium daran, wie wichtig das Testen auf sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten ist, um ihre Verbreitung bestmöglich einzudämmen – besonders da die Zahlen für 2022 beunruhigende Tendenzen aufzeigen.

Das Gesundheitsministerium gab am Montag bekannt, dass die Zahl der HIV-Infizierten, die sich in Luxemburg in Behandlung befinden, 2022 drastisch angestiegen ist. Insgesamt 167 Patienten waren 2022 diesbezüglich erstmals in einer Sprechstunde: Davon haben sich 67 in dem Jahr mit dem Virus infiziert, 97 tragen das Virus bereits länger in sich und wurden zuvor im Ausland betreut. 2021 zählte das Gesundheitsministerium noch 105 neue Patienten, darunter 51 Neuinfektionen. Die „Santé“ hebt in ihrem Schreiben zudem den Frauenanteil der neuen Patienten hervor: So seien 39 Prozent der Neuinfektionen und 49 Prozent der neu aufgenommenen Fälle weiblich.

Bei einem Drittel der Neuinfektionen bei Heterosexuellen handele es sich um Personen über 45 Jahren. Die Mehrheit der Infektionen durch Sexualkontakte zwischen Männern betreffe hingegen Menschen unter 36 Jahren. Die „Santé“ erklärt sich diesen plötzlichen Anstieg der diagnostizierten HIV-Infektionen durch das vermehrte Testen sowie die Wiederaufnahme der Mobilität der Menschen nach der Corona-Pandemie sowie die Wiedereröffnung von Treffpunkten.

Im Rahmen der zehnten Ausgabe der Europäischen Testwoche (20. bis 27. November) rät die Regierung den Einwohnern Luxemburgs, sich auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) testen zu lassen. Tests seien laut „Santé“ das wirksamste Mittel, um eine HIV-Infektion zu erkennen, ihre Übertragung zu verhindern, aber auch, um sie bestmöglich zu behandeln. Dank der Fortschritte in der HIV-Behandlung könnten Infizierte heutzutage „ein langes und gesundes Leben“  führen – vorausgesetzt, dass die Infektion früh genug diagnostiziert wird und die Betroffenen positiv auf die Behandlung ansprechen.

Wo und wie lasse ich mich testen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich testen zu lassen. Zum einen gibt es Schnelltests (TROD), die nach einer Blutpunktion an einer Fingerspitze innerhalb weniger Minuten ein Resultat liefern. Dieser Test sollte frühstens zwölf Wochen nach der letzten Risikosituation durchgeführt werden. Laut der „Santé“ sollte zusätzlich ein Gesundheitsberufler konsultiert werden, um ein positives Resultat bestätigen zu lassen. Daneben gibt es noch rezeptfreie HIV-Selbsttests, die in Luxemburgs Apotheken erhältlich sind oder bei der HIV Berodung bestellt werden können. Auch dieser TROD-Test („Test rapide d’orientation diagnostique“) sollte erst zwölf Wochen nach der letzten Risikosituation durchgeführt und dessen Resultat von einer medizinischen Fachkraft interpretiert werden. Am zuverlässigsten bleibe allerdings das „klassische“ Screening durch eine Blutentnahme, die bereits sechs Wochen nach der letzten Risikosituation durchgeführt werden kann.

Es gibt ganzjährig mehrere Möglichkeiten, sich auf HIV testen zu lassen.
Rezeptfreie, kostenlose und anonyme Schnelltests werden durchgeführt:
– montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr in der „HIV Berodung“-Dienststelle der Croix-Rouge (94, boulevard Général Patton, L-2316 Luxemburg),
– donnerstags von 12.30 bis 14.30 Uhr im Centre LGBTQ+ CIGALE (16, rue Notre Dame, L-2240 Luxemburg).

Rezeptfreie, kostenlose und anonyme Blutanalysen werden durchgeführt:
– ununterbrochen im „Centre hospitalier de Luxembourg“ in der Abteilung 20 für Infektionskrankheiten (4, rue Barblé, L-1210 Luxemburg),
– montags bis freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr im Nationalen Gesundheitslabor (1, rue Louis Rech, L-3555 Düdelingen),
– montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr im „Centre hospitalier Emile Mayrisch“ (rue Emile Mayrisch, L-4240 Esch).

Während der Europäischen Testwoche bieten sich weitere Testmöglichkeiten:
– Am Freitag, dem 24. November, können von 21 bis 23 Uhr in der Letz Boys Bar (60, Grand-rue, L-1660 Luxemburg) rezeptfreie, kostenlose, anonyme Schnelltests durchgeführt werden.
– Ketterthill, Bionext und Laboratoires réunis (Im Krankenhaus auf Kirchberg und in der Zithaklinik) führen Blutanalysen durch.