Rote Hitzewarnung verlängert
Der Höhepunkt kommt erst noch – Behörden mahnen zu Trinkwasserschutz und angepassten Sportzeiten
Die extreme Hitzewelle in Luxemburg reißt nicht ab: Die rote Warnstufe wurde bis Sonntag verlängert, es drohen über 40 Grad. Angesichts stark steigender Einsätze erinnern die Behörden dringend an wichtige Verhaltensregeln zu Gesundheit, Sport und zum Sparen von Trinkwasser.
CGDIS und Notaufnahmen spüren die Dauerhitze Foto: Marcus Brandt/dpa
Die Hitzewelle in Luxemburg hält weiter an – und das Schlimmste steht uns noch bevor. Die „Cellule d’évaluation des risques intempéries et inondations“ (CERI) hat die Hitzewarnung der Stufe Rot von Samstag auf Sonntagmorgen, 7 Uhr, verlängert und ruft die Bevölkerung zu größter Vorsicht auf. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Donnerstag hervor.
Hitzepiek am Samstag
Am Donnerstag wurden stellenweise 38 Grad erreicht. Die Temperaturen sollen am Wochenende allerdings weiter steigen – mit einem erwarteten Höhepunkt am Samstag von über 40 Grad. Besonders in urbanen Gegenden und dem Moseltal soll es warm werden.
Auch in den Nächten bleibt es warm. Der Höhepunkt wird für die Nacht auf Sonntag mit Temperaturen von 24 bis 26 Grad erwartet.
Was tun bei der Hitze?
- Viel und regelmäßig trinken, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag
- Den Konsum von Alkohol vermeiden
- Den Aufenthalt im Freien zwischen 11 und 21 Uhr meiden
- Tagsüber Fensterläden, Vorhänge und Fenster schließen, nachts lüften
- Leichte Kleidung tragen und den Kopf bedecken
- Körperliche Anstrengung einschränken
- Kühle oder klimatisierte Orte aufsuchen, etwa Einkaufszentren oder Kinos
- Den Körper mehrmals täglich befeuchten und Ventilatoren und Klimaanlagen zur Abkühlung nutzen
- Kontakt zu gefährdeten Personen im Umfeld halten
- Bestimmte Medikamente können die Hitzeempfindlichkeit erhöhen, zu Flüssigkeitsverlust führen oder bei großer Hitze schlechter vertragen werden. Die Medikamenteneinnahme soll jedoch niemals ohne ärztlichen Rat geändert und Selbstmedikation vermieden werden. Im Zweifelsfall einen Arzt oder Apotheker um Rat bitten.
CGDIS unter Druck
Die Hitzewelle macht sich beim CGDIS deutlich bemerkbar. Seit dem vergangenen Wochenende verzeichnen die Rettungskräfte eine Zunahme ihrer Einsätze von 70 Prozent. Mit den immer weiter steigenden Temperaturen sei auch gleichzeitig die Anzahl an Einsätzen stärker gestiegen. Die Feuerwehr mahnt vor diesem Hintergrund erneut vor dem erhöhten Risiko durch Vegetationsbrände.
Auch die Notaufnahme verzeichne einen erhöhten Andrang in den vergangenen Tagen. Die Lage sei derzeit allerdings noch unter Kontrolle. Die CERI rechnet allerdings mit einer Verzögerung der Auswirkungen der Hitzewelle, sodass es in den kommenden Tagen zu einer allmählichen Auslastung der Rettungs- und Gesundheitsdienste kommen könnte.
Baustellenarbeiten bereits ab 6 Uhr
Demnach ruft die CERI die Einwohner Luxemburgs dazu auf, die Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen und auf gefährdete Personen – etwa ältere Menschen, Menschen in Isolation, Kleinkinder, Menschen in prekären Lebenssituationen sowie Menschen mit gesundheitlichen Problemen – besonders Acht zu geben.
Baustellenarbeiten dürfen wegen roter Warnstufe jetzt schon eine Stunde früher beginnen – um 6 Uhr morgens statt 7 Uhr. Das Umweltministerium will so Arbeiter vor hohen Temperaturen schützen und gleichzeitig den Wirtschaftsablauf während der Hitzewelle sichern.
Trinkwasser sparen
Auch das Wasserwirtschaftsamt warnt in einer Pressemitteilung am Donnerstag vor den Auswirkungen der Hitzewelle: Mit zunehmenden Temperaturen steige auch der Trinkwasserverbrauch – sei es für die Bewässerung, für Freizeitaktivitäten oder für bestimmte Haushaltszwecke. Dadurch würden die Trinkwasserressourcen schneller zur Neige gehen und die Flüsse stünden unter erhöhtem Druck.
Doch nicht nur die Wasserstände sinken. Das Wasser erwärmt sich schneller und der Sauerstoffgehalt sinkt. Gleichzeitig steigt auch die Schadstoffkonzentration, wodurch sich die Wasserqualität verschlechtert und aquatische Ökosysteme gefährdet werden.
Das Wasserwirtschaftsamt gibt darum folgende Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Trinkwasser:
- Pflanzen frühmorgens oder abends gießen, wenn es kühler ist
- Pflanzen mit geringem Wasserbedarf bevorzugen
- Regenwasser sammeln, wann immer das möglich ist
- Auf das Bewässern von Rasenflächen verzichten, da diese mit der Rückkehr des Regens von selbst wieder zu ihrer alten Pracht zurückfinden
- Duschzeit verkürzen
- Undichte Stellen (Wasserhähne, Toilettenspülungen);
- Wasserführende Haushaltsgeräte nur verwenden, wenn sie voll sind
Sportaktivitäten überdenken
Das Sportministerium erinnert in einer Pressemitteilung vom Donnerstag daran, „dass die Gesundheit und Sicherheit aller angesichts dieser außergewöhnlichen Wetterbedingungen oberste Priorität haben muss“. Daher ruft das Ministerium alle Veranstalter, Sportverbände, Vereine und Vereinigungen zu besonderer Wachsamkeit auf:
- Der Ablauf und die Organisation für im Freien geplante Wettkämpfe, Veranstaltungen und Sportveranstaltungen sollten neu bewertet und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit der Betroffenen zu gewährleisten.
- Wenn die Sicherheitsbedingungen nicht gewährleistet werden können, sollte eine Verschiebung oder Absage von Aktivitäten in Betracht gezogen werden.
- Die Zeitpläne der stattfindenden Veranstaltungen sollten so angepasst werden, dass die heißesten Tageszeiten vermieden werden, und die Veranstaltung möglichst auf den Vormittag, den Abend oder den Sonntag verlegt wird.
- Die Dauer und die Intensität körperlicher Aktivitäten sollten so weit wie möglich reduziert werden – insbesondere für Jugendliche, ältere Menschen und Amateursportler.
- Die Maßnahmen zur Flüssigkeitszufuhr sollten verstärkt werden, indem ein ständiger Zugang zu Trinkwasser für Teilnehmer, Offizielle, Freiwillige und Zuschauer gewährleistet wird und regelmäßige Pausen vorgesehen werden.
- Schattige Bereiche oder gekühlte Räume sollten zur Verfügung gestellt werden, damit sich Teilnehmer und Publikum vor längerer Sonneneinstrahlung schützen können.
- Erste-Hilfe-Maßnahmen und Verfahren für ein schnelles Eingreifen im Falle von Vorfällen im Kontext der großen Hitze sollen gewährleistet werden.
- Der Schutz aller betroffenen Personen soll gewährleistet werden.