Editorial
Realpolitik mit Werten: Wie die EU Trump begegnen soll
Viele Absperrungen und Einschränkungen in einem freien und offenen Land: In Washington geht am Montag unter einem großen Sicherheitsaufwand die Amtseinführung von Donald Trump über die Bühne Foto: Getty Images via AFP
Ab Montagabend mitteleuropäischer Zeit wird Donald Trump neuer US-Präsident sein. Endlich, ist man geneigt zu sagen, denn damit werden die Spekulationen darüber, was und wie Trump entscheiden und sein Amt führen wird, allmählich ein Ende finden. So manches, was seit dem 5. November darüber gesagt und geschrieben wurde, dürfte sich im Nachhinein als intellektuelle Kaffeesatzleserei erweisen. Denn an seiner erratischen, zuweilen weltfremden Art, die seine erste Amtszeit mitprägte, hat sich offensichtlich wenig geändert. Dennoch wurde wochenlang ernsthaft darüber diskutiert, was wohl passieren wird, wenn Trump binnen 24 Stunden den Ukraine-Krieg beenden würde. Was schon in den Sekunden, als er das ankündigte, völliger Unsinn war. Denn es steht schlicht und einfach nicht in seiner Macht, das umzusetzen. Worauf er mittlerweile offenbar selbst gekommen ist und die Frist auf sechs Monate verlängert hat.