Rede zur Lage der Nation
Pathos und Paradigmenwechsel: Frieden zwischen Marktglaube und sozialem Umdenken
Zwei Tage nach der Europawahl hält Premier Luc Frieden seine erste Rede zur Lage der Nation. Wer nach dem Urnengang am Sonntag drastische Maßnahmen für die kommenden vier wahllosen Jahre erwartet hat, wird enttäuscht. Stattdessen gibt es viele vermeintliche Paradigmenwechsel – und ein paar echte.
Premierminister Luc Frieden (CSV) hielt am Dienstag seine erste Rede zur Lage der Nation Foto: Editpress/Julien Garroy
Allzu viel Pathos steht Luc Frieden nicht gut zu Gesicht. Am Dienstagnachmittag hat Luxemburgs Premier seine erste Rede zur Lage der Nation gehalten. „Ein Rendezvous zwischen gestern und heute“, nennt er sie, „zwischen unserer Vergangenheit und unserer Zukunft.“ Frieden hängt die Erwartungen gleich zu Beginn seiner anderthalbstündigen Rede hoch: „Die Zukunft ist nicht fest geschrieben und sie ist nicht vorbestimmt. Die Zukunft geschieht nicht, wir schaffen sie.“