Protest im Stade de Luxembourg

Sicherheitsbeamte entfernen FLF-kritische Plakate mit Gewalt und verletzen Demonstrantin

Bei einem Protest gegen die Nominierung des Fußballspielers Gerson Rodrigues kam es am Freitag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal. Eine Aktivistin wurde verletzt.

Sicherheitsbeamte sammelten die Plakate der Kritiker ein

Sicherheitsbeamte sammelten die Plakate der Kritiker ein Foto: Editpress/Jeff Lahr

Bei einer Protestaktion gegen die FLF im Stade de Luxembourg ist es gestern zu gewaltsamen Übergriffen durch die Sicherheitsdienste gekommen. Das berichtete eine Teilnehmerin dem Tageblatt: „Wir waren gerade mit Bannern im Stadion, um gegen Gerson Rodrigues zu demonstrieren. Die Banner wurden uns gewaltsam von den Sicherheitsbeamten abgenommen.“ Eine Frau sei am Daumen verletzt worden.

Der vom „CID Fraen an Gender“ organisierte Protest richtete sich gegen die Nominierung von Gerson Rodrigues, der wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurde. Seither stehen Nationaltrainer Holtz und FLF-Präsident Paul Philipp in der Kritik. Diese wuchs, als ein Journalist von Le Quotidien von einem Pressetermin ausgeschlossen wurde. Philipp verschärfte die Lage mit Angriffen auf Politiker und Unterstellungen gegenüber dem Journalisten.

Rund 20 Minuten vor Beginn des Fußballländerspiels gegen Slowenien hatten sich 15 Personen vor dem Stadion versammelt, um gegen den Luxemburger Fußballverband zu demonstrieren – darunter auch die LSAP-Politikerin Maxime Miltgen. Auf den Spruchbändern und Plakaten waren Botschaften wie „FLF & Rodrigues – Där gidd mär wéi en 11 Meter“, „FLF um Hol(t)zwee“ und „FLF complice de violence“ zu lesen. Auf einer Roten Karte stand „Gerson“ und „FLF“.

„CID Fraen an Gender“ kritisiert die Haltung der FLF. Diese banalisiere Gewalt, insbesondere gegen Frauen. „Die Tatsache, dass Gerson Rodrigues gut mit einem Ball umgehen kann, entbindet ihn nicht von einem einwandfreien Verhalten und der Achtung der Werte, die Spitzensportler als Vorbilder verkörpern sollten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Sicherheitskräfte hätten zunächst ein an den Tribünen befestigtes Transparent heruntergerissen. Dann seien sie auf die Protestierenden zugestürmt. Sie hätten diese „rücksichtslos umgestoßen“ und ihnen die Plakate „gewaltsam aus den Händen“ gerissen. Eine Aktivistin sei dabei verletzt worden und befinde sich derzeit im Krankenhaus – „vermutlich mit einem gebrochenen Finger“.

„Rout Kaart“

Wie es nach Spielende vonseiten der FLF hieß, hatte der Fußballverband den Auftrag gegeben, ein Plakat, auf dem „Fick FLF“ stand, zu entfernen. Es stellte sich allerdings später heraus, dass es kein Schimpfwort war, sondern ein schlecht leserliches „Fir FLF: Rout Kaart“. Sechs bis sieben Personen wurden nach den Zwischenfällen, bei denen laut Verband auch ein Sicherheitsbeamter geschlagen wurde, aus dem Stadion eskortiert. Genauere Informationen hatte die FLF zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Auf Nachfrage wurde ebenfalls bestätigt, dass es keine weiteren Aufforderungen gegeben hatte, andere Banderolen einzusammeln – und die Sicherheitsfirma wohl eigenhändig weitere Schriftzüge von der Betonmauer wegriss. U.a. wurde ein Plakat mit dem Text „Rout Kaart fir Gewalt géint Fraen“ abgerissen. Zur Erklärung: UEFA und FIFA haben klare Richtlinien, was Plakate angeht: Beleidigungen, Rassismus, Feindlichkeiten gegen Personen oder politische Aussagen dürfen nicht aufgehängt oder gezeigt werden. 

Für „CID Fraen an Gender“ sei es „eine Ironie, dass Aktivisten, die gegen Gewalt gegen Frauen protestieren, mit gewaltsamer Gegenwehr konfrontiert werden“. (Red.)

15 Personen hatten sich vor dem Stadion eingefunden, um gegen die FLF zu protest...
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15 Personen hatten sich vor dem Stadion eingefunden, um gegen die FLF zu protestieren
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