ADR
Kartheisers Moskau-Trip: ein Medien-Stunt mit Rechtsdrall
Karikatur: Carlo Schneider für das Tageblatt
Fernand Kartheisers Rechnung ist aufgegangen. In der sonst verschlafenen Pfingstferienwoche war dem Europaabgeordneten der ADR dank seines umstrittenen Moskau-Trips die heimische Aufmerksamkeit gewiss. Statt über Friedens Rente sprach Luxemburg über Fernands Reise (und sein schlechtes Russisch).
Dass seine Fraktion der „Europäischen Konservativen und Reformer“ (EKR) ihn wegen seiner wiederholt zur Schau gestellten Putin-Nähe ausschließen will, scheint Kartheiser wenig zu kümmern. Auf einer Pressekonferenz am Freitag, dem Höhepunkt seiner kurzen Medienkaperung nach mehreren Videos auf X und zahlreichen Artikeln, erklärte der luxemburgische EU-Abgeordnete, im Fall eines Ausschlusses entweder einer neuen Fraktion beizutreten oder als Unabhängiger weiterzuarbeiten. U.a. Wort und RTL berichteten.
Wahrscheinlicher ist ein Fraktionswechsel. Was einem weiteren Rechtsruck der ADR gleichkäme. Zur Wahl stehen Kartheiser die rechtsextremen Fraktionen „Patrioten für Europa“ und „Europa der souveränen Nationen“. Beide sind russlandfreundlich und EU-feindlich. Am kommenden Mittwoch will die EKR darüber entscheiden, wie sie weiter mit Kartheiser verfährt.