Luxemburg„Ist so üblich“: Premier Luc Frieden verteidigt Imagefilm von Innenminister Léon Gloden

Luxemburg / „Ist so üblich“: Premier Luc Frieden verteidigt Imagefilm von Innenminister Léon Gloden
Eine der Feststellungen in dem zweiminütigen Spot über Léon Gloden und seine alltäglichen Aufgaben als Minister für innere Angelegenheiten: Es ist mehr „Work“ als „Life“ Screenshot: Tageblatt/Video: Ministère des Affaires intérieures

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Ein mit dem Logo vom Ministerium für innere Angelegenheiten versehener Imagefilm von Léon Gloden (CSV) sorgt im Mai für Diskussionen: Unter anderem Mitglieder der Koalitionspartei DP kritisieren, dass dabei eine Person und nicht etwa ein politisches Thema im Mittelpunkt steht. Luc Frieden sieht darin aber kein Problem.

Ein polierter BMW fährt in der Einfahrt des Ministeriums für innere Angelegenheiten in Luxemburg-Stadt vor. Léon Gloden (CSV) steigt aus und eilt die Treppen zu seinem Büro hinauf. Eine Stimme ertönt: Der Innenminister erklärt, worin seine täglichen Aufgaben bestehen. So beginnt ein rund zweiminütiger Film, der Anfang Mai in den sozialen Medien auf der Seite des Ministeriums für innere Angelegenheiten veröffentlicht wurde. In dem Video mit dem Titel „Ein Tag unterwegs mit dem Minister“ stellt der Politiker fest: „Es ist mehr ‚Work‘ als ‚Life‘.“ Und schildert: „Als Minister hast du viel Arbeit, du musst auch manchmal ins Ausland reisen.“ 

Neben rund 45 Menschen im Netz, die seit der Veröffentlichung durch hochgereckte Daumen ihre Zustimmung zu dem Imagefilm ausgedrückt haben, finden andere den Spot gar nicht gut. „Danke, dass mir anhand von Steuergeldern gezeigt wird, wie ein Tag von Léon Gloden aussieht“, schreibt ein Nutzer. Eine Frau will in den Kommentarspalten wissen: „Wen interessiert das? Und wer zahlt für diese Egoshow? Ach so, ja, die Steuerzahler … Also wir. Totale Geldverschwendung.“ 

Kritik von der DP

Wer für die Produktion des Videos aufkommt, fragen sich neben Oppositionsmitglied Meris Sehovic („déi gréng“) auch Mitglieder der Koalitionspartei der Christlichsozialen, die DP. In einer Anfrage an Premierminister Luc Frieden (CSV) wollten Corinne Cahen und Guy Arendt (beide DP) wissen, ob der Spot, in dem ihnen zufolge kein politisches Thema, sondern eine Person im Fokus steht, nicht eher von Geldern ihrer Partei bezahlt werden müsse. Den Namen vom Minister für innere Angelegenheiten oder seiner Partei nennen sie dabei nicht. Für die Produktion sei kein Budget des Ministeriums für innere Angelegenheiten oder eines anderen Ministeriums verwendet wurden, antwortet der Premierminister am Dienstag.

Weitere Erklärungen dazu, wie die filmenden Personen und für den Schnitt bezahlt wurde, liefert Luc Frieden nicht. Ein Problem scheint er in der Angelegenheit aber nicht zu sehen, denn: „Es ist üblich, dass Frauen und Männer aus der Politik in Luxemburg und dem Ausland mithilfe von Videos in den sozialen Netzwerken kommunizieren. Um so auf transparente Weise den Bürgern die tägliche Arbeit zu zeigen, die sie im Rahmen ihres Amtes verrichten.“ Seine Rückmeldung auf die Anfrage des Abgeordneten Meris Sehovic fällt übrigens noch kürzer aus: „Wir verweisen auf die Antwort auf die parlamentarische Frage mit der Nummer 710.“


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