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Impfspende für Olympia: Eine sonderbare Vorstellung von Solidarität

Impfspende für Olympia: Eine sonderbare Vorstellung von Solidarität

Foto: AFP/Philipp Fong

Die Olympischen Spiele dürften definitiv stattfinden, Pfizer/Biontech sei Dank. Die beiden Unternehmen sind so großzügig und spenden Dosen ihres Covid-Impfstoffs für sämtliche Athleten und Betreuer der Olympischen und Paralympischen Spiele. An Olympia sollen 11.000 Athleten teilnehmen, an den Paralympics 4.000. IOC-Präsident Thomas Bach freut sich natürlich und appelliert an die Sportler, das Angebot anzunehmen. Die Olympioniken könnten damit ein starkes Signal für die Impfung setzen. Außerdem sei es ein großes Zeichen von Solidarität gegenüber den japanischen Gastgebern. Das Internationale Olympische Komitee mag symbolträchtige Botschaften.

Die Spende von Impfstoffdosen werde die Versorgung der nationalen Bevölkerungen mit Covid-19-Dosen nicht beeinträchtigen, hieß es in der Pressemitteilung des IOC. Sie würden auch nicht ausreichen, um die weltweite Impfkampagne zu beschleunigen. Dennoch ist es mit Blick auf die Situation in Indien und anderen Ländern, in denen der Impfstoff knapp ist und die Gesundheitssysteme am Kollabieren sind, absurd, Impfstoff für gesunde, körperlich topfitte Menschen zu spenden. Hinzu kommen noch die große Ablehnung, mit der die Japaner Olympia in diesem Sommer gegenüberstehen, und die Debatte um die Aufhebung der Patentrechte für Impfstoffe – so kommt man zum Schluss, dass das IOC und Pfizer/Biontech eine doch etwas sonderbare Vorstellung von Solidarität haben.

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