Freundeskreis-Affäre
„Großes Missverständnis“: Juncker und Santer bereit, 40.000 Euro an Partei zurückzuzahlen
Jean-Claude Juncker hat in einem Interview mit RTL gesagt, die CSV habe sich in der Freundeskreis-Affäre wie eine erwachsene Person mit post-pubertären Reflexen verhalten. Seiner Ansicht nach sei es ein großes Missverständnis gewesen – er selbst und sein Vorgänger auf dem Posten des Premierministers, Jacques Santer (CSV), seien indes bereit gewesen, die 40.000 Euro an die Partei zurückzuzahlen.
Der ehemalige Premierminister Jean-Claude Juncker (CSV) und sein Vorgänger Jaques Santer (CSV) wären bereit gewesen, die Partei finanziell großzügig zu unterstützen Foto: Siobhán Geets
Keiner der beiden Parteien – weder die sechs Abgeordneten, die ihren ehemaligen Parteipräsidenten Frank Engel (CSV) bei der Staatsanwaltschaft angezeigt haben, noch Frank Engel selbst – haben in der Freundeskreis-Affäre alles richtig gemacht. Das ist die Aussage von Jean-Claude Juncker in einem RTL-Interview. Es sei jedoch nicht der erste schwierige Moment für die Partie, so Juncker weiterhin, der die Affäre als einen post-pubertären Reflex einer erwachsenen Partei bezeichnete. „Es hat mir leid für die Mitglieder und die Wähler der Partei getan“, sagte der ehemalige Premierminister.
Er hätte Frank Engel angeraten, das gezahlte Geld zurückzuzahlen, so Juncker, merkte aber auch an: „Nachher weiß man alles besser.“ Der Anlass des schlussendlich eskalierenden Streits zwischen Parteipräsident Engel und den Abgeordneten sei in dem Fall vom Tisch gewesen, meint Juncker. Er Juncker und Jacques Santer seien bereit gewesen, die kolportierte Summe von 40.000 Euro an die Partei zurückzuzahlen. „Das stimmt, tut aber nichts zur Sache. Wir hätten gewollt, dass sich dieser Streit gelöst hätte“, sagte Juncker.