Editorial
Gipfel der Ambivalenz: Was von der UN-Klimakonferenz in Belém übrigbleibt
Stark vertreten waren in Belém die indigenen Völker, hier in der Mitte die zuständige Ministerin Brasiliens, Sônia Guajajara Andre Penner/AP/dpa
Vor zehn Tagen ist die COP30 in Belém zu Ende gegangen. Die Weltklimakonferenz in der Amazonas-Metropole im brasilianischen Bundesstaat Pará war mit großen Erwartungen verbunden – und mit der Hoffnung, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 voranzutreiben. Von einer „Konferenz der Wahrheit“ war die Rede. Doch das Ergebnis war für viele enttäuschend, für andere ambivalent. Der brasilianische Konferenzvorsitzende André Corrêa do Lago entschuldigte sich sogar dafür, dass im Abschlusstext nicht mehr drin war. Es verwunderte nicht, dass die Staaten, die als Produzenten fossiler Energien bekannt sind, auf die Bremse treten würden. Die USA waren erst gar nicht dabei. Enttäuscht hat jedoch die Europäische Union, die einst mit ihrem Green Deal eine Führungsrolle innehatte. Zur Finanzierung der Klimaanpassung präsentierte die EU einen halbherzigen Kompromiss. Die europäische Unterstützung für den Fahrplan zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen kam spät und blieb vage. Die EU blieb unglaubwürdig.