LSAP-Kongress
Für eine selektive Corona-Steuer
Dass digitale Kongresse bei weitem nicht die Kraft eines klassischen Treffens von Militanten haben, ist nach einem Jahr Corona und mehreren erlebten Parteitreffen ohne physische Präsenz inzwischen bekannt. Der LSAP, die gestern knapp 900 Menschen live über Internet erreichte, war dies auch klar und so war die Veranstaltung, die aus dem Zolver „Artikuss“ ins Netz gestreamt wurde, als politische Positionierung mit Unterhaltungsmomenten konzipiert.
Dan Kersch gab eine Reihe programmatischer Impulse Foto: Editpress/Alain Rischard
Und das gelang recht gut, immerhin sind Parteien keine multimedialen Profis: Die zentralen Punkte der Veranstaltung, sprich die politischen Reden, waren von kurzen Beiträgen umrahmt. Jusos, „Femmes socialistes“, Europapolitiker und Regierungsmitglieder gaben in kurzen Beiträgen dem Kongress, der ohne Abstimmungsgeschäft, ohne spontane Redebeiträge, ohne Diskussionen am Rande und ohne Applaus auskommen musste, die notwendige Lockerheit. Sogar Vito Pastore, der seit Jahrzehnten bei jedem Kongress zu einer kurzen Rede ansetzt, konnte dies auch diesmal tun; die Militanten vor ihren Computerbildschirmen werden das bekannte Intermezzo wohlwollend genossen haben.