Gesundheitswesen
„Die Politik ließ den Gesondheetsdësch scheitern“: AMMD fordert Gesundheitspolitik im Interesse der Patienten
Im Gesundheitssektor rumort es. Nicht erst seit der kollektiven Kündigung der Kardiologen des Ettelbrücker Spitals. Die vielfältige Problematik, welche die Ärzte derzeit beschäftigt, wurde am Mittwochabend anlässlich der außerordentlichen Generalversammlung der Ärzte- und Zahnärztevereinigung (AMMD) im „Centre Atert“ in Bartringen offengelegt. Eines der Schlagworte am Abend: Die Politisierung des Gesundheitswesens gehe zulasten der Qualität des medizinischen Angebots.
AMMD-Präsident Dr. Alain Schmit zeigt sich bei der Generalversammlung alles andere als zufrieden mit der Gesundheitspolitik Foto: Editpress/Didier Sylvestre
In der Regel hören sich die Ärzte die Sorgen und Nöte ihrer Patienten an. Am Mittwochabend nutzten sie die Generalversammlung ihrer Vereinigung, um sich ihren Frust von der Seele zu reden. „Wir diskutieren über die Zukunft des Berufs und über die neue Generation“, so AMMD-Präsident Alain Schmit. Täglich spüre man die wachsenden Erwartungen der Patienten. Diese warteten monatelang auf zusätzliche Untersuchungen. Viele hätten keine Hausärzte. Andere Patienten würden wegen Geldproblemen auf notwendige zahnärztliche Behandlungen verzichten. Die Probleme seien in den letzten Jahren für die Patienten und für die Ärzte erdrückend geworden. Bereits eine 2018 erstellte Studie habe gezeigt, wie erschöpft und unzufrieden insbesondere die Fachärzte seien, sagte Schmit. Die Rekrutierung von Fachärzten sei eine besondere Herausforderung. Es gehe nicht bloß um die Entschädigung für Bereitschaftsdienste in den Krankenhäusern. Man stoße jedoch gegen eine politische Wand, die die Ärzte daran hindere, im Interesse der Patienten zu handeln. Die Politisierung des Gesundheitswesens gehe zulasten der Qualität des medizinischen Angebots, so der AMMD-Präsident.