Editorial
Die EU muss sich einbringen: Trump darf nicht mit Putin alleingelassen werden
Viel hat Trump während seines Gesprächs mit Putin nicht erreicht Foto: AFP
Das Telefonat am Dienstag zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem russischen Machthaber Wladimir Putin bestätigt, was viele längst wussten, bloß im Weißen Haus offenbar noch nicht kapiert wird: Putin ist – anders als die Ukraine – nicht an einer Waffenruhe, nicht an Frieden interessiert. Schon gar nicht unter den derzeit für ihn günstigen Umständen: Die russischen Truppen haben es mit einem Gegner zu tun, der von seinen Verbündeten weder qualitativ noch quantitativ ausreichend mit Waffen versorgt wird. Zudem hat in Washington ein dilettantischer Egomane das Sagen, der noch vor eigentlichen Verhandlungen eine Fülle weitgehender Zugeständnisse an Moskau gemacht hat. Der Kreml kann daher abwarten und den Preis seiner Verhandlungsbereitschaft in die Höhe treiben. Denn Trump ist offenbar willig und bereit, Putin weiter entgegenzukommen. Auf die Ukraine nimmt er ohnehin keine Rücksicht, das haben die vergangenen Wochen gezeigt.