Fr., 6. August 2021



  1. Fritz Weber /

    Danke für die posthume Würdigung dieses mutigen jüdischen Aktivisten! Aber sie zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Auslassung aus. Jeder aufmerksame Leser muss bemerken, dass zwischen „wurde [in Südafrika] 1964 zu viermal lebenslänglich verurteilt“ und „Goldberg kehrte 2002 nach Südafrika zurück“ eine eklatante inhaltliche Lücke besteht, umso mehr musste das dem Verfasser selbst bewusst gewesen sein. Ich schließe hiermit diese Lücke nach einem heutigen Kommentar des Ha’aretz-Journalisten Gideon Levy (übersetzt): „Goldberg wurde [nach seiner Entlassung] nach Israel geflogen, wo er eine kurze Zeit im Kibbuz seiner Tochter verbrachte, bevor er sich zur Abreise beeilte. Wie seine Kampfgefährten verabscheute er das, was hier geschah. Er sagte dem [israelischen] Historiker Tom Segev, dass Israel das Südafrika des Nahen Ostens sei und dass die Lösung an beiden Orten identisch sein sollte: ein Staat mit gleichen Rechten für alle.“
    Mag sein, dass nicht der Artikel-Verfasser, sondern die „tageblatt“-Redaktion diese inhaltliche Lücke durch Zensur verursacht hat. Das aber wäre gerade heute, am „Internationalen Tag der Pressefreiheit“, besonders beschämend. Es wäre nicht „antisemitisch“ gewesen, historisch korrekt und vollständig zu berichten, ungeachtet davon, welches Licht dies auf die jahrzehntelange Apartheid-Politik der israelischen Administration wirft. „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

  2. J.Scholer /

    @Fritz Weber: Gut recherchiert.Humanismus ist , sich den Ungerechtigkeiten , Diskriminierungen zu widersetzen , egal von wem sie ausgehen.

  3. Franz Sölkner /

    @Fritz Weber. Danke für Deine Ergänzung. Wär fein von der Tageblatt-Redaktion zu erfahren, welche Gründe sie zu dieser Auslassung bewogen hat. Ein schlichtes Versehen wird es ja kaum gewesen sein. War es die Unterstützung der Realpolitik Israels, war es die Angst davor, in die Kritik der Pro-Israel-Lobby zu geraten, war es sonst etwas?

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