Beginn der AmtsübergabeGroßherzog Henri ernennt Guillaume im Oktober zum Lieutenant-Représentant 

Beginn der Amtsübergabe / Großherzog Henri ernennt Guillaume im Oktober zum Lieutenant-Représentant 
Großherzog Henri (vorne) und sein Sohn Guillaume (rechts) am Vorabend des Nationalfeiertags in Luxemburg-Stadt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

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Großherzog Henri hat den Prozess der Amtsübergabe an seinen Sohn Guillaume eingeleitet. Bei der Feier zum Nationalfeiertag in der Philharmonie kündigte Henri an, Guillaume im Oktober zum „Lieutenant-Représentant“ zu ernennen. 

Großherzog Henri hat während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag einen ersten Schritt zur Übergabe seines Amts gemacht. „Ich will euch gemeinsam mit der Großherzogin, Prinz Guillaume und Prinzessin Stéphanie mitteilen, dass ich entschieden habe, in diesem Oktober Prinz Guillaume die Lieutenance zu übertragen“, sagte Henri am Ende seiner Rede in der Philharmonie an. „Mit all meiner Liebe und meinem Vertrauen wünsche ich ihm von ganzem Herzen eine glückliche Hand.“ Henri ist 69 Jahre alt, sein Sohn Guillaume 42. 

Die Ernennung des Lieutenant-Représentant findet traditionell im Prozess des Regierungswechsels statt. Das Verfahren wird von den Bestimmungen der Verfassung eingerahmt. Die Lieutenance ist laut Monarchie.lu nur durch einen „blutsverwandten Prinzen oder eine Prinzessin“ möglich. Der Lieutenant-Représentant muss zudem in Luxemburg wohnen. Bevor er seine Befugnisse ausüben darf, muss er einen Eid auf die Einhaltung der Verfassung ableisten. „Diese Stellvertretung kann entweder vorübergehend oder dauerhaft sein“, heißt es. 

Henri war anderthalb Jahre lang Lieutenant-Représentant

Bis es zum eigentlichen Thronwechsel kommt, kann es also noch etwas dauern: Henri selbst übernahm im März 1998 als Lieutenant-Représentant von seinem Vater Jean. Im Oktober 2000 wurde Henri als Großherzog vereidigt. Der damalige Erbgroßherzog Jean wurde im April 1961 von Großherzogin Charlotte zum Statthalter ernannt. Die Amtsgeschäfte übernahm Jean dann komplett im November 1964. In der Geschichte des Großherzogtums gab es insgesamt fünf Lieutenances.

Bei der Lieutenance – die Monarchie nennt sie auch „Nachfolge-Herrschaft“ – kann der Großherzog bestimmte Befugnisse an seinen „Lieutenant-Représentant“ delegieren. Es steht dem Großherzog frei, das Mandat mit Einschränkungen zu versehen, wenn er das für notwendig hält, heißt es auf Monarchie.lu. Die Bestimmungen des Lieutenants haben aber die gleiche Wirkung, als ob sie vom Großherzog selbst ausgingen.

„Der Lieutenant-Représentant ist der Vertreter des Großherzogs, das heißt der Großherzog bleibt selbstverständlich Großherzog, aber eine Reihe von seinen Aufgaben kann er delegieren“, sagte Premierminister Luc Frieden bei RTL. Der Erbgroßherzog sei lange darauf vorbereitet worden. Der Großherzog habe den Schritt zuvor mit Frieden abgesprochen. „Es ist ein Teil unserer konstitutionellen Monarchie, der sicherstellt, dass Demokratie und konstitutionelle Monarchie zu jeder Zeit weiterleben“, sagte Frieden. „Es ist im Grunde etwas Normales – und doch etwas Historisches, weil es der Anfang eines nächsten Kapitels für unsere Monarchie ist.“

Wann Guillaume schlussendlich Großherzog wird, entscheide Henri nach Rücksprache mit Frieden als Premierminister, „wenn der Moment gekommen ist“.  

Republikaner
24. Juni 2024 - 9.42

Wow da gëtt et jo dann och méi Pei fir de Gimmi. Wief, wief, wief!