Zweite Phase der Impfkampagne

„Avis“ der nationalen Ethikkommission: Einzelne Berufsgruppen sollen nicht priorisiert werden

Die nationale Ethikkommission spricht sich gegen eine Priorisierung verschiedener Berufsgruppen in der zweiten Phase der Impfkampagne aus. Dies geht aus ihrem „Avis“ vom 21. Januar hervor, der seit Dienstag öffentlich einsehbar ist.

Berufstätige seien meist jünger als 65 und gesund, so die Argumentation der nationalen Ethikkommission

Berufstätige seien meist jünger als 65 und gesund, so die Argumentation der nationalen Ethikkommission Symbolbild: AP/dpa/Ariel Schalit

Die bei der Impfung vorgesehene Priorisierung spezifischer Berufsgruppen sei „nicht zu rechtfertigen“. So heißt es in der Schlussfolgerung des Berichts der „Commission nationale d’éthique“ (CNE). Verschiedene Berufsgruppen hätten laut CNE zwar mehr Kontakt zu Menschen als andere – so zum Beispiel das Lehrpersonal, das Militär, die Polizei oder die im Gefängnis arbeitende Belegschaft. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass das übergeordnete Ziel der Impfkampagne sei, die Sterblichkeit zu reduzieren und zugleich das Funktionieren des Gesundheitssystems weiterhin zu gewährleisten. 

Berufstätige Menschen hätten allgemein noch keine 65 Jahre und seien gesund. Sie seien somit einem weniger hohen Risiko ausgesetzt, schwer an Corona zu erkranken beziehungsweise an dem Virus zu sterben. Ihnen einen der vordersten Plätze in der Impf-Reihenfolge zu sichern, würde bedeuten, andere Menschen – darunter Risikopatienten – warten zu lassen. Auf Basis des gleichen Arguments rät die Ethikkommission, Menschen zwischen 65 und 74 Jahre erst in der dritten Phase zu impfen. Denn auch sie seien im Allgemeinen gesund und würden damit nicht unter die Hoch-Risiko-Gruppen fallen.

100.000 Menschen in der zweiten Phase impfen

In der zweiten Phase sollen 100.000 Personen geimpft werden – ältere und gefährdete Menschen. Als Bevölkerungsgruppe würden diese aber schon weit mehr als 100.000 Menschen umfassen, schreibt die nationale Ethikkommission. Hinzu kommt, dass die Impfstofflieferung, die Luxemburg bis Ende März erwartet, für gerade Mal 43.000 Menschen reichen soll. Dies wurde im Regierungsrat am vergangenen Freitag gesagt.

Menschen mit einer Behinderung sowie jene, die sich um sie kümmern, wurden nachträglich und auf Vorschlag der Regierung in die erste Phase der Impfkampagne aufgenommen. Der Grund: Sie könnten die Schutzgesten nicht immer so gut einhalten wie die Normalbevölkerung.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren