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Schule: CO2-Messer am offenen Fenster bringen nichts

Am offenen Fenster misst der CO2-Detektor lediglich die Frischluft, die hereinströmt. Hier ist der Nutzwert gleich null. 

Am offenen Fenster misst der CO2-Detektor lediglich die Frischluft, die hereinströmt. Hier ist der Nutzwert gleich null.  Foto: Editpress/Julien Garroy

Ein neues technisches Gerät erobert zurzeit Luxemburgs Schulen. Bei dicker Luft klingelt der CO2-Detektor wie ein Radiowecker. Es ist dann Zeit, sämtliche Fenster weit zu öffnen.

Ob das Gerät nun wirklich einen Nutzen bringt, hängt vor allem von seinem Standort ab, wie das Tageblatt nach einem Praxistest in einem Escher Lyzeum feststellen musste. Der Detektor sollte zum Beispiel keineswegs direkt vor einem offenen Fenster stehen. Denn hier misst das Gerät lediglich die frische Zuluft, die hereinströmt. Auf der gegenüberliegenden Seite eines vollbesetzten Klassenraums können die CO2-Werte zu hoch sein, ohne dass das Gerät ausschlägt. Man wähnt sich dadurch in falscher Sicherheit.

Wie aber sieht es in Schulen aus, deren Fenster nicht zum Stoßlüften geöffnet werden können? Gibt es eine Lüftungsanlage mit ausreichender Frischluft-Zufuhr? Ein Detektor könnte in diesen Fällen zusätzliche Gewissheit über gute oder schlechte CO2-Werte liefern. Problematisch könnte es bei Lüftungsanlagen werden, die mit einem hohen Anteil an Umluft arbeiten. Je nachdem, welche Filter eingebaut sind, kann das Virus nicht herausgefiltert werden. In einem solchen Fall würde auch ein CO2-Messgerät nicht viel bringen.

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