Luxemburg

Teures Öl: Inflation beschleunigt sich auf 2,9 Prozent – Heizöl 61 Prozent über Vorjahresniveau

Tomaten teurer, Tanken teurer, Tickets teurer: Die Inflation hat im September wieder angezogen. Statec hat einen Wert von 2,9 Prozent errechnet. Schuld sind vor allem die Energiepreise. Wer derzeit einen leeren Heizöltank hat, muss die Zähne zusammenbeißen.

Teure Heizperiode: 3.000 Liter Heizöl kosten in Luxemburg Stand Mittwoch 4.431 Euro

Teure Heizperiode: 3.000 Liter Heizöl kosten in Luxemburg Stand Mittwoch 4.431 Euro Foto: Editpress-Archiv/Vincent Lescaut

Nachdem die Energiepreise mehrere Monate hintereinander (leicht) gefallen sind, hat sich das Momentum im September wieder umgekehrt. „Die Preise stiegen innerhalb eines Monats um 6,4 Prozent und liegen um zwölf Prozent über dem Niveau vom September 2025.“ Das schreibt die Statistikbehörde Statec in ihrem Inflationsbericht am Mittwoch.

Heizöl-Heizer müssen jetzt ganz stark sein

Mehr als eine Träne müssen sich da vor allem die Heizöl-Heizer im Land verkneifen, insbesondere da die Heizperiode vor der Tür steht. Der Preis für Mazout lag wegen des Hin und Hers rund um die Straße von Hormus im USA-Iran-Krieg ohnehin auf hohem Niveau. Die Huthi-Attacke auf das Gebiet rund um die Meerenge Bab al-Mandab sorgte dann für weitere Unsicherheit. Der Preis fürs Heizöl stieg deshalb allein im September um ganze 12,6 Prozent. Wer gerade einen leeren Tank hat, sollte jetzt besser nicht weiterlesen: Im Vergleich zum September 2025 legte der Brennstoff um 61,4 Prozent zu.

Ähnliche, wenngleich etwas weniger drastische Preisentwicklungen gab es auch bei den Kraftstoffen an der Tanke. Diesel war im September 8,5 Prozent teurer als im August, Benzin 8,8 Prozent. Im Jahresvergleich ist Diesel 44,2 Prozent teurer geworden, Benzin immerhin noch 25 Prozent.

Teures Fruchtgemüse

Teurer wurden auch Dienstleistungen (3,4 Prozent), Flugtickets (8,6 Prozent) und Lebensmittel (1,8 Prozent). Der Teuerungstrend beim „Fruchtgemüse“ setzt sich laut Statec fort. Tomaten, Paprika, Gurken und so weiter sind mehr als 20 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Teigwaren und Zitrusfrüchte wurden dagegen etwas günstiger.

Das alles resultiert in einer Jahresinflationsrate von 2,9 Prozent, ein leichter Anstieg gegenüber den 2,2 Prozent der drei Monate zuvor. Der Index klettert leicht von 1.054,27 auf 1.058,56 Punkte. Von der nächsten Tranche sind die Luxemburger Arbeitnehmer aber noch etwas entfernt: Die nächste Indexanpassung wird ausgelöst, sobald ein Wert von 1.064,75 erreicht ist.

Bruttoinlandsprodukt schrumpft leicht

Auch die Nachrichten aus der Statec-Konjunkturabteilung sorgen vor diesem Hintergrund leider nicht für viel Aufheiterung. Um 0,9 Prozent schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026. Immerhin legte es im Jahresvergleich zu, wenn auch um magere 1,3 Prozent. Die reale Wertschöpfung verzeichnete gegenüber dem ersten Quartal 2026 ebenfalls einen Rückgang von 0,9 Prozent. Laut dem Konjunkturbericht, den das Statec ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht hat, geht das vor allem auf Einbußen in der Industrie sowie in der Finanz- und Versicherungswirtschaft zurück.

Allerdings: Statec hat die Entwicklung des BIP für die vorangegangenen Quartale „deutlich nach oben korrigieren“ können. So ist das BIP im ersten Quartal in der Rückschau um 0,3 Prozent gewachsen – ursprünglich wurde errechnet, dass es stagnierte. Im vierten Quartal 2025 gab es statt Stagnation tatsächlich ein Wachstum von 0,4 Prozent, im dritten Quartal 2023 sogar von 1,4 Prozent – anstatt der ursprünglich veranlagten 1,2 Prozent.

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